
Brasiliens Rindfleischexporteure haben 2025 das erfolgreichste Jahr ihrer Geschichte erlebt.
Otávio Nogueira
Brasiliens Rindfleischexporteure haben 2025 das erfolgreichste Jahr ihrer Geschichte erlebt, unter anderem wegen eines florierenden Geschäfts in der Europäischen Union. Wie der brasilianische Verband der Fleischexportindustrie (Abiec) jetzt weiter berichtete, erhöhten sich Brasiliens Ausfuhren an frischem und verarbeitetem Rindfleisch im Berichtsjahr mengenmässig um 20,9% auf 3,5 Mio. Tonnen. Der Umsatz wuchs sogar um 40,1%, auf 18,03 Mrd. Dollar (rund 13,84 Mrd. Franken).
EU mit 128’900 Tonnen auf Platz 4
Brasilianisches Rindfleisch wurde 2025 laut Abiec in insgesamt 170 Ländern verkauft. Der wichtigste Markt blieb China, und zwar mit einer Absatzmenge von insgesamt 1,68 Mio. Tonnen. Deutlich dahinter folgten die USA mit 271’800 Tonnen, Chile mit 136’300 Tonnen sowie die EU mit 128’900 Tonnen und Russland mit 126’400 Tonnen.
Auf fast allen Absatzmärkten wuchs die Absatzmenge. Für China gibt Abiec eine Steigerung um 22,8% an, für die USA ein Plus von 18,3%. In Chile wurden 29,8% mehr verkauft, in der EU sogar 123,8%. Besonders gut entwickelten sich die Geschäfte in Nordafrika und dem Nahen Osten, beispielsweise in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Ägypten und Algerien mit Mengensteigerungen um jeweils zwischen 176,1% und 292,6%.
Wachstum trotz Zöllen
Für Abiec-Präsident Roberto Perosa belegen die Zahlen die Widerstandsfähigkeit des brasilianischen Rindfleischexports. Auf Belastungen wie die Erhöhung der US-Zölle habe die Branche schnell reagiert und sei gestärkt daraus hervorgegangen. Auf 2026 blickt Perosa mit Optimismus. Nach zwei Jahren starken Wachstums seien Stabilität und ein günstiges Umfeld für die Weiterentwicklung strategisch wichtiger Märkte zu erwarten.
Keine Worte verlor der Verbandspräsident hinsichtlich der neuen chinesischen Zölle in Höhe von 55%, die seit Jahresbeginn nach Erreichen eines festgelegten Lieferkontingents zu berappen sind. Dieses beträgt im Fall von Brasilien 1,1 Mio. Tonnen und damit mehr als ein Drittel weniger als die Liefermenge im Jahr 2025.