Die Freilandkultur von Rosmarin ist in der Schweiz kaum von Bedeutung, weil der Winterfrost das Risiko von Verlusten stark erhöht. Nun hat Agroscope laut einer Mitteilung die Widerstandsfähigkeit von fünf Rosmarin-Genotypen im Winter 2011–2012 und 2012–2013 in Sant’Antonino TI und Conthey VS untersucht.
Getestet wurden die schweizerische Referenzsorte Reynard, die für ihre Kälteresistenz bekannt ist, die zwei nordamerikanischen Genotypen Arp und Hill Hardy sowie die zwei Tessiner Sorten Magadino und Isola Verde (Mäder-Kräuter). Bei den Feldversuchen hat sich herausgestellt, dass die Sorte Arp auch Temperaturen überlebt, die wiederholt unter –10°C fallen.
Im Klima des Südtessins war ihre Mortalität trotz den arktischen Temperaturen im Februar 2012 mit 2,1% besonders gering. Arp zeichnet sich durch einen aufrechten Wuchs und eine grosse Produktion von ätherischem Öl aus. Die anderen Testsorten weisen laut Agroscope zwar durchaus gewisse Qualitäten auf, doch haben sie die Kälteprobe nicht bestanden. Dank Arp könnte nun mittelfristig eine Steigerung des einheimischen Rosmarinanbaus denkbar werden.
Bei „Arp“ müssen gemäss ART aber die üblichen Vorsichtsmassnahmen beachtet werden: Die letzte Ernte sollte vor Ende August eingebracht werden, und für die Winterperiode sollte die Kultur mit einem Vlies oder einem Tunnel geschützt werden. Die Sorte „Arp“ wird gegenwärtig vermehrt, um die Nachfrage von Produzenten und Gärtnern zu befriedigen.