Russland: 34'000 Dörfer «gestorben»

In Russland hat die anhaltende Landflucht in den vergangenen Jahrzehnten zu einem massiven Sterben ländlicher Gemeinden geführt. Wie aus einem Bericht der „Bauernmitteilungen“ hervorgeht, sind bereits rund 34'000 Dörfer von der Landkarte verschwunden.

In Russland hat die anhaltende Landflucht in den vergangenen Jahrzehnten zu einem massiven Sterben ländlicher Gemeinden geführt. Wie aus einem Bericht der „Bauernmitteilungen“ hervorgeht, sind bereits rund 34'000 Dörfer von der Landkarte verschwunden.

Dabei verliessen vor allem junge Menschen den ländlichen Raum, da sie dort nur schlecht bezahlte oder gar keine Arbeit fänden und die Lebensverhältnisse relativ rückständig seien.

Da aber auch Menschen mittleren Alters abwanderten, seien viele Dörfer nahezu menschenleer. Schätzungen zufolge gebe es rund 10'000 Dörfer in Russland, die weniger als acht Einwohner zählten. Gemäss einer amtlichen Stichprobenerhebung lebten im Jahr 2013 insgesamt etwa 37 Millionen Menschen in Russland auf dem Land. Sie müssten zum Teil deutliche Einschränkungen hinnehmen, denn in zahlreichen Dörfern fehle es an Geschäften und Freizeiteinrichtungen sowie einer Gesundheitsversorgung.

Zudem werde vielfach von Problemen bei der Trinkwasserversorgung berichtet. Schätzungsweise rund 1,3 Millionen Menschen im ländlichen Raum lebten in „extrem baufälligen Häusern und Wohnungen“. Das heutige Dorfleben in Russland sei „mehr als deprimierend“, heisst es in dem Bericht als Resümee.

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