Russland stoppt Getreideexporte in den Iran

Russland hat seine Getreideexporte in den Iran vorübergehend ausgesetzt. Hintergrund sind die Kriegshandlungen und die angespannte Lage im Nahen Osten. Während andere Abnehmer in der Region weiterhin beliefert werden, sucht Moskau zugleich nach neuen Absatzmärkten.

AgE |

Russland reagiert auf den Iran-Krieg und die unsichere Situation im gesamten Nahen Osten. Der Export von Getreide in den Iran wurde vorübergehend eingestellt, obwohl einige Exporteure zuletzt noch versuchten, bestehende Kontrakte zu erfüllen.

Der Iran ist der drittgrösste Abnehmer von russischem Getreide. Nach Angaben des Logistikkonzerns Rusagrotrans bezog das Land von Juli 2025 bis Februar 2026 wegen einer schwachen eigenen Ernte rund 6 Mio. Tonnen Getreide aus Russland. Damit sind bereits 95 % der geplanten russischen Weizenlieferungen im Iran angekommen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es etwa 3 Mio. Tonnen.

Die Versorgung anderer Käufer im Nahen Osten – darunter Israel, Ägypten, die Türkei und Saudi-Arabien – hat Russland bislang ohne grössere Unterbrechungen fortgesetzt. Allerdings führen die Kriegshandlungen in der Region zu steigenden Frachtraten und höheren Versicherungsprämien. Zudem gibt es Schwierigkeiten bei Zahlungsabwicklungen über Banken in den Golfstaaten.

Russland versucht deshalb, sein Getreide verstärkt in anderen Regionen abzusetzen. So sollen die Lieferungen nach Asien, Afrika und Lateinamerika ausgeweitet werden.

Türkei als Handelsplattform

Auch für die Ukraine ist der Nahe Osten ein wichtiger Absatzmarkt. Laut der Nachrichtenplattform Latifundist.com importieren die Länder dieser Region jährlich rund 20 Mio. Tonnen Mais. Zwar liefert die Ukraine keinen Mais direkt in den Iran; allerdings spielt die Türkei eine wichtige Rolle als Handelszentrum. Ein Teil der an türkische Unternehmen verkauften Mengen gelangt anschliessend auf Märkte im Nahen Osten.

Aufgrund dieser Konstellation wirken sich selbst indirekte Risiken in der Region auf die ukrainischen Exporte aus. Sollten Verträge mit Partnern im Nahen Osten aufgrund höherer Gewalt überarbeitet, verschoben oder gekündigt werden, könnten bei einigen ukrainischen Händlern Liquiditätslücken oder sogar Zahlungsausfälle entstehen.

Dennoch erwarten Analysten für das Vermarktungsjahr 2025/26 einen Export von insgesamt 23,8 Mio. Tonnen Mais aus der Ukraine. Das wäre gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um 8,3 %. Bei der Ernte 2025 wurden 29,9 Mio. Tonnen Mais gedroschen und damit 11,2 % mehr als im Jahr zuvor. Ausschlaggebend dafür war vor allem eine Ausweitung der Anbaufläche. 

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