Schlachtviehkonzern kehrt dem Weltmarkt den Rücken

Der Schlacht- und Fleischkonzern Danish Crown will seine strategischen Ziele mit einem umfassenden Umbau seiner Strukturen erreichen. Bis Ende 2030 soll die Hälfte des Fleisches der Anteilseigner selbst weiterverarbeitet werden. Zugleich will Danish Crown zu einem führenden Lebensmittelunternehmen in Europa werden. 

AgE |

Danish Crown hat einen weitreichenden Umbau der Unternehmensstruktur angekündigt. Der dänische Fleischkonzern will sich künftig auf Europa konzentrieren. Der Anteil des Fleisches, das der Konzern aus den Lieferungen seiner Anteilseigner selbst weiterverarbeitet, soll bis Ende 2030 von rund 25 auf 50% gesteigert werden. Die Zahl der Marken soll deutlich sinken. Auf dem europäischen Markt will der Konzern Kostenführer werden. Zudem kündigte das Unternehmen an, sich künftig auf sechs Märkte konzentrieren zu wollen.

Mit der bisherigen Organisation seien diese Ziele nicht zu erreichen, begründete der CEO Niels Ulrich Duedahl den Schritt. Der Konzern müsse quer über alle Länder und Geschäftsfelder hinweg handlungsfähig werden.

Sieben Einheiten, eine Leitung

Deshalb bündelt Danish Crown sieben seiner acht Geschäftsbereiche unter einer neuen globalen Leitung, die Produktion, Vertrieb und Produktentwicklung zusammenführt. Betroffen sind Sokołów, Beef, Industry, Foods, KLS, UK und ESS-FOOD. Eigenständig bleibt allein DAT-Schaub, der Spezialist für Naturdärme und Nebenprodukte.

Die bisherigen Bereichsleiter verlieren ihre Posten. Der Konzernleitung gehören künftig fünf Manager an: Neben Duedahl und Finanzchef Anders Aakær Jensen übernimmt Karolina Henriksen als CCO die Märkte und Vertriebskanäle und Przemysław Gostkiewicz als CPO Produkte und Marken. Der neue Vorstand für Produktion und Lieferkette (COO) steht nach Unternehmensangaben fest, soll aber erst später bekannt gegeben werden. Im Frühjahr 2027 soll die neue Struktur stehen.

Umstrukturierung fortgesetzt

Der Umbau setzt die Umstrukturierung fort, die Danish Crown im Juni begonnen hatte. Seinerzeit hatte der Konzern angekündigt, die Geschäftsbereiche zu verzahnen und über zwei bis drei Jahre rund 800 Stellen abzubauen. Offen ist, was der neue Kurs für den globalen Handelsarm des Konzerns sowie für deutsche Tierhalter bedeutet. Danish Crown zählt hierzulande zu den grössten Rindfleischverarbeitern und betreibt unter anderem Schlachthöfe in Teterow und Husum. 

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