
«Einheimische Lebensmittel haben einen Wert und daher auch ihren Preis», heisst es in der Kampagne des Bauernbundes.
freepik
Der Bauernbund zeigt die Problematik anhand eines Beispiels im österreichischen Grosshandels zeigt. Schweinefleisch aus der EU wurde zuletzt um 2,99 Euro netto (2,73 Fr.) pro Kilo angeboten.
Existenz der Bauern gefährdet
«Die Preiszerfall muss gestoppt werden. Die Debatte um billige Lebensmittel muss endlich ein Ende haben. Hochwertige heimische Lebensmittel haben einen Wert und daher auch ihren Preis», sagt Bauernbund-Präsident Georg Strasser. Das Beispiel zeige, wie stark Schleuderpreise den Druck auf die Produzenten erhöhe.
In einem weiteren Beispiel zeigt der Bauernverband, wie die Wertschöpfung verteilt ist: Nach einer Berechnung der Landeskammer für Land- und Forstwirtschaft Steiermark auf Basis der Verbraucherpreisstatistik bleiben bei einem Schnitzelpreis im Gasthaus von 18,50 Euro (16,85 Fr.) für den Bauern lediglich 53 Cent (48 Rp.), das sind 2,8% . Wenn Lebensmittel in der Vermarktung nur über den billigsten Preis positioniert werden, gerate die wirtschaftliche Basis der Bauern immer mehr unter Druck, warnt der Verband. «Hier setzt unsere Kampagne an: Es muss deutlich mehr von der Wertschöpfung dort ankommen, wo produziert wird, nämlich am Hof», betont Strasser.
Bessere Produzentenpreise notwendig
Mit der Kampagne «Schleuderpreise stoppen» soll eine spürbare Verbesserung der Produzentenpreise erreicht werden. «Österreich gehört laut dem World Animal Protection Index zu den Ländern mit den höchsten Tierhaltungsstandards weltweit. Gerade in der Schweinehaltung wurden in den letzten Jahren zahlreiche Schritte zur Weiterentwicklung gesetzt. Diese Qualität gibt es nicht zum Nulltarif und sie darf nicht durch Schleuderpreise kaputtgemacht werden», macht Strasser deutlich.
Ohne Trendumkehr befürchtet er schwerwiegende Konsequenzen. «Ohne Verbesserung zahlen wir am Ende einen ganz anderen Preis, weil wir unsere Ernährungssouveränität aufs Spiel setzen. Das dürfen wir nicht zulassen», betont Strasser. Der Österreichische Bauernbund setzt sich mit der Kampagne «Schleuderpreise stoppen» für einen fairen Anteil an der Wertschöpfung für bäuerliche Familienbetriebe ein.