EU-Staaten können Düngemittel-Preise abfedern

Landwirte in der EU können wegen der gestiegenen Düngemittelpreise mehr EU-Geld vorgestreckt bekommen. Die Agrarminister der EU-Staaten gaben in Brüssel das finale grüne Licht für einen entsprechenden Vorschlag der EU-Kommission aus dem Juni.

awp |

Vergangene Woche hatte das Europaparlament bereits im Eilverfahren zugestimmt. Die Verordnung wird bald im Amtsblatt der EU veröffentlicht und tritt am Tag danach in Kraft.

Die EU-Staaten können demnach die Vorauszahlungen auf Direktzahlungen an aktive Landwirte erhöhen und in diesem Jahr schon früher zahlen. Sie können zudem flexibler bestimmen, wie sie ihre Budgets für Direktzahlungen im kommenden Jahr gestalten. Die Mitgliedstaaten können betroffene Landwirte ausserdem besonders unterstützen, um einen Teil der zusätzlichen Kosten für Düngemittel abzufedern. Zuschüsse von bis zu 80 Prozent der zusätzlichen Kosten sind möglich.

Agrarsektor unter Druck

Die EU will damit sicherstellen, dass Landwirte Düngemittel für die nächste Anbausaison kaufen können. «Die jüngsten Störungen der globalen Lieferketten und die stark gestiegenen Düngemittelpreise haben unseren Agrarsektor erheblich unter Druck gesetzt», teilte Irlands Agrarminister Martin Heydon mit. Irland hat derzeit die Präsidentschaft des Rats der EU inne.

Insbesondere der Preis für Stickstoffdünger ist stark von Erdgas abhängig und angesichts des Kriegs im Nahen Osten und der Sperrung der Strasse von Hormus gestiegen. 30 Prozent der Stickstoff- und 70 Prozent der Phosphatdünger, die in der EU verwendet werden, werden nach Angaben der EU-Kommission importiert. Da Landwirte in der EU höhere Kosten in der Regel nicht weitergeben könnten, setzten viele weniger Dünger ein, so die Behörde. Eine geringere Ernte sei das Ergebnis.

Bestimmte Zölle bereits ausgesetzt

Damit Landwirte günstiger an bestimmte importierte Düngemittel kommen, hat die EU bereits zeitlich begrenzt die Standardzölle auf Einfuhren mehrerer wichtiger Stickstoffdüngemittel und Vorprodukte für deren Herstellung ausgesetzt. Bis Ende Mai 2027 können so nach früheren Angaben der Europäischen Kommission rund 55,63 Millionen Franken (60 Millionen Euro) an Einfuhrzöllen gespart werden.

Die EU-Kommission hat im Juni zudem weitere Massnahmen vorgeschlagen, um den Düngemittelproblemen zu begegnen. Insgesamt sollen 500,64 Millionen Franken (540 Millionen Euro) zusätzlich für die Krisenbewältigung zur Verfügung stehen, von denen voraussichtlich rund 55,63 Millionen Franken (60 Millionen Euro) in Deutschland ankommen.

×

Schreibe einen Kommentar

Kommentar ist erforderlich!

Google Captcha ist erforderlich!

You have reached the limit for comments!

Das Wetter heute in

Lesershop

Hier gehts zum Lesershop

Umfrage

Bewässert Ihr Eure Kulturen?

6 % Nein, zu teuer
29.1 % Nein, keine Infrastruktur
17.9 % Nein
4.5 % Ja
16.4 % Ja, jede Nacht
14.9 % Ja, teilweise
4.5 % Ja, wenn wirklich nötig
6.7 % Ja, mit dem Güllefass

Teilnehmer insgesamt 134

Zur aktuellen Umfrage

Bekanntschaften

Suchen Sie Kollegen und Kolleginnen für Freizeit und Hobbies? Oder eine Lebenspartnerin oder einen Lebenspartner?