
Die Weichweizenfläche dürfte wieder fast auf dem Niveau des fünfjährigen Mittels liegen.
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Die französischen Ackerbauern haben in diesem Jahr offenbar etwas mehr Halmgetreide ausgesät als 2025. Das geht aus der jüngsten Schätzung des Statistischen Dienstes (Agreste) vom Pariser Landwirtschaftsministerium hervor. Darin beziffern die Fachleute die diesbezügliche Anbaufläche auf insgesamt 7,03 Mio. Hektar.
Das wären 1,3% mehr als im vorigen Jahr, aber 1,3% weniger als im fünfjährigen Mittel. Im Jahresvergleich dürfte die Anbaufläche der wichtigsten Getreideart, dem Weichweizen, mit 4,61 Mio. Hektar um 2,6% grösser ausfallen.
Braugerste dominierend
Den Statistikern zufolge konnten die französischen Landwirte anscheinend im Herbst deutlich mehr Winterungen aussäen, und zwar insgesamt 3,2% mehr als im Vorjahr. Der Anbau von Sommerkulturen, wo die Braugerste dominiert, dürfte hingegen im Jahresvergleich um 16,1% auf 501’000 Hektar zurückgehen.
Bei der Anbaufläche der wichtigsten Getreidesorte, dem Weichweizen, gehen die Fachleute für das Anbaujahr 2026 von 4,61 Mio. Hektar aus; das wären 2,6% mehr als im Jahr davor. Die Weichweizenfläche würde damit wieder fast auf dem Niveau des fünfjährigen Mittels liegen. Mit einer nahezu unveränderten Anbaufläche von 222’000 Hektar rechnet Agreste hingegen beim Hartweizen. Gegenüber dem Fünfjahresschnitt würde dies aber einem um 11% kleineren Anbauareal entsprechen.
Rapsflächen massiv steigend
Eingeschränkt wurde auch die Gerstenfläche, und zwar um 1,5% beziehungsweise gegenüber dem Fünfjahresmittel um 2,1% auf 1,76 Mio. Hektar. Triticale wurde auf 312’000 Hektar ausgesät; das sind 4,2% mehr als 2025 und 0,1% mehr als im Mittel von 2021 bis 2025.

Gemäss Schätzungen ist die Anbaufläche für Raps massiv gestiegen.
Daniela Fankhauser
Deutlich angehoben hat Agreste seine Flächenschätzung für Raps, und zwar um 9,0% auf 1,40 Mio. Hektar. Gegenüber dem fünfjährigen Durchschnitt würde dies ein Plus von 12,2% bedeuten. Laut den Statistikern hält damit der Aufschwung beim Raps weiter an mit einem durchschnittlichen jährlichen Flächenzuwachs von 7%. Besonders stark fiel das Flächenplus gemäss den Ausführungen der Statistiker in der nordöstlichen gelegenen Region Grand Est aus mit einem mittleren jährlichen Flächenzuwachs von 19%.
Weniger Zuckerrüben
Weiter zurückgehen dürfte 2026 Agreste zufolge die Anbaufläche von Zuckerrüben. Für 2026 beziffern sie das Minus auf 4,6% gegenüber dem Vorjahr mit nun 379’000 Hektar. Besonders ins Gewicht fallen hier laut den Statistikern die Flächenrückgänge in den zwei wichtigsten Anbauregionen Hauts-de-France um 5% im Norden des Landes und Grand Est um 2%.
Reagiert haben die französischen Landwirte offenbar auf die deutlich gesunkenen Erzeugerpreise für lagerfähige Speisekartoffeln infolge der Rekordernte 2025. So dürfte die diesbezügliche Anbaufläche in diesem Jahr gegenüber 2025 um 5,2% auf 182’000 Hektar zurückgehen. Im Vergleich zum fünfjährigen Durchschnitt würde dies aber immer noch einem Flächenplus von 10,6% entsprechen.