Sojabohnen gehen auf Talfahrt

Die Enttäuschung über das Treffen von US-Präsident Donald Trump mit Chinas Staatspräsident Xi Jinping liess die Sojanotierungen an der Chicagoer Leitbörse vor dem Wochenende fallen. Die Kursgewinne im vorherigen Wochenverlauf wurden durch das Fehlen agrarrelevanter Einigungen bei dem Gipfeltreffen zunichte gemacht.

Ernüchternde Ergebnisse beim Treffen von US-Präsident Donald Trump mit Chinas Staatspräsident Xi Jinping in Peking haben für Preisdruck bei Sojabohnen gesorgt. Die in Erwartung neuer «Deals» im Verlauf der Handelswoche aufgelaufenen Kursgewinne an der Chicagoer Leitbörse (CME) wurden am Freitag, dem 15. Mai, weitgehend wieder zunichtegemacht.

Am Mittwoch vor dem zweitägigen Besuch der US-Delegation, notierte der alterntige August-Kontrakt für Sojabohnen nach mehreren Tagen stetiger Zugewinne noch bei 12,22 US-Dollar (9,48 Franken) je Bushel. Bis Freitagabend gegen 18 Uhr hiesiger Zeit fiel der Kurs jedoch wieder auf rund 11,76 US-Dollar (9,12 Franken) je Bushel und lag damit knapp 4% unter dem Zwischenhoch.

Bessent verweist auf Abkommen vom vergangenen Herbst

Die USA waren lange Zeit der wichtigste Sojalieferant Chinas, haben infolge des Handelsstreits zwischen beiden Ländern jedoch das Gros ihres Marktanteils an südamerikanische Produzenten verloren. Terminhändler hatten offenbar gehofft, dass die Reise Trumps, seines Kabinetts sowie einer hochrangigen US-Wirtschaftsdelegation nach China zu konkreten Fortschritten im Handel mit Soja führen würde. Diese Erwartungen erfüllten sich jedoch nicht. Zudem herrscht nach wie vor Unklarheit, ob und wie China die bereits getätigten Kaufzusagen vom vorherigen Treffen Trumps im Herbst 2025 mit Xi im südkoreanischen Busan erfüllen will.

Dass vorerst keine weiteren Zusagen Chinas zu erwarten sind, wurde auch durch eine Äusserung von US-Finanzminister Scott Bessent deutlich. Dieser erklärte laut der Nachrichtenagentur Reuters am Rande des Treffens, das Thema Sojabohnen sei durch das Abkommen von Busan «abgedeckt». Dem Deal zufolge wird China bis 2028 jährlich 25 Mio. Tonnen Sojabohnen aus den USA beziehen.

Handelsbeauftragter optimistisch

Auch die Aussagen von Trumps Handelsbeauftragter Jamieson Greer gegenüber dem Wirtschaftsfachmagazin Bloomberg vom Freitag konnte die Laune an der CME nicht merklich aufhellen. Wie Greer ausführte, erwarte man als Folge des Treffens «milliardenschwere» Verkäufe landwirtschaftlicher Produkte. Diese sollen nicht nur Soja, sondern auch andere Produkte betreffen, so Greer, ohne auf weitere Details einzugehen.

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