
Donald Trump hat die Hersteller von Düngemitteln in den USA davor gewarnt, die Nahost-Krise als Vorwand für weitere Preiserhöhungen zu nutzen.(Symbolbild)
Claas
Marktexperten verweisen auf die gravierenden Folgen für die globale Landwirtschaft, sollte die Strasse von Hormus geschlossen bleiben. Durch die Meerenge wird rund ein Drittel des weltweit benötigten Düngers transportiert.
Trump warnt Hersteller
US-Präsident Donald Trump hat die Hersteller von Düngemitteln davor gewarnt, die Nahost-Krise als Vorwand für weitere Preiserhöhungen zu nutzen. Auf der Plattform Truth Social erklärte er, dass die Düngemittelpreise von US-Seite genau überwacht würden. «Die Vereinigten Staaten werden keine Preiserhöhung durch das Düngemittelmonopol akzeptieren», so Trump.
Hinter dieser Botschaft steht die Sorge, dass Lieferengpässe durch die Sperrung der Strasse von Hormus die Kosten für Düngemittel in den USA drastisch in die Höhe treiben könnten. Das würde die Produktionskosten der US-Landwirte kurz vor der Aussaat erheblich ansteigen lassen.
Über 100 Schiffe pro Tag
Die Strasse von Hormus ist eine der weltweit bedeutendsten Transitrouten für Düngemittel. Etwa ein Drittel des weltweiten Düngers wird laut den Vereinten Nationen durch die Meerenge transportiert. Schon kurz nach dem Ausbruch der ersten Kampfhandlungen gegen den Iran zeigten sich die Auswirkungen des Konflikts. In New Orleans stiegen die Preise für Diammoniumphosphat (DAP) und Monoammoniumphosphat (MAP) im April auf höchsten Werte seit September 2022; Harnstoff war 71% teurer als im Vorjahresmonat.
Agrarökonomen und Analysten warnen davor, dass die Sperrung der Strasse von Hormus und das Erliegen der Düngertransporte gravierende Auswirkungen auf die weltweite Landwirtschaft haben könnte. Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg ist die Meerenge in den vergangenen Wochen zu einem «Brennpunkt» geworden. Es würden täglich nur noch einstellige Durchfahrtszahlen von Transportschiffen verzeichnet, verglichen mit mehr als 100 in Friedenszeiten.
Mosaic drosselt Produktion
Unterdessen kündigte der US-amerikanische Düngemittelhersteller Mosaic an, zwei Phosphatwerke in Brasilien stillzulegen. Dadurch werde die Jahresproduktion um rund 1 Mio. Tonnen reduziert. Laut Mosaic ist dies Teil einer umfassenderen Strategie zur Kostensenkung.
Mit der Stilllegung sollen die jährlichen Investitionsausgaben des Unternehmens um 20 bis 30 Mio. $ (15,7 bis 23,6 Mio. Euro) sinken, die Betriebskosten um 70 bis 80 Mio. $ (55 bis 63 Mio. Franken). Die führenden US-Düngemittelhersteller sind neben Mosaic die Nutrien Ltd, CF Industries Holdings, The Andersons Inc. und Yara International.