Österreich senkt Mehrwertsteuer auf Lebensmittel

Im Kampf gegen die steigenden Preise senkt Österreich die Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsprodukte und bestimmte andere Lebensmittel.

sda |

Die Steuer werde ab Juli auf knapp fünf Prozent halbiert, sagte Kanzler Christian Stocker (ÖVP) nach einer Klausur der regierenden Dreier-Koalition. Der genaue Warenkorb werde noch ausgearbeitet. Die Bekämpfung der Inflation sei eines der zentralen Ziele der Regierung für 2026.

Gebühr für Pakete aus Drittstaaten

Finanziert werden solle die Senkung der Mehrwertsteuer durch eine Gebühr für Pakete aus Drittstaaten, insbesondere aus China, hiess es. Der Wettbewerb im Detailhandel sei zudem deutlich ausbaufähig, sagte die Aussenministerin und Chefin der liberalen Neos, Beate Meinl-Reisinger. Daher würden die Kompetenzen der Bundeswettbewerbsbehörde gestärkt.

Die Senkung der Mehrwertsteuer fand breite Zustimmung. So wird die Massnahme vom Handelsverband (HV) begrüsst, demnach die Senkung «spürbare Auswirkungen auf die Preise» haben werde. «Unsere Händler werden die Effekte dieser Steuersenkung nach Möglichkeit 1:1 an unsere Kundinnen und Kunden weitergeben», meint HV-Geschäftsführer Rainer Will in einer Aussendung. «Entscheidend ist für uns, dass diese Steuersenkung wirklich dauerhaft und nicht nur temporär erfolgt.»

Niedrigere Strompreise

Zur Bekämpfung der Inflation solle auch ein Österreich-Tarif bei Strompreisen beitragen, der für die Verbraucher bis zu 200 Euro (186 Franken) Ersparnis im Jahr bedeuten könne, sagte der Regierungschef. Die Inflation ist in Österreich aktuell doppelt so hoch wie im EU-Durchschnitt.

Die neue Industrie-Strategie sehe vor, den Standort durch einen Strompreis für die Industrie von 5 Cent pro Kilowattstunde zu stärken, sagte Stocker weiter. Er werde ab 2027 gelten. Dadurch werde die heimische Industrie massiv entlastet. Die seit zehn Monaten regierende Koalition aus konservativer ÖVP, sozialdemokratischer SPÖ und Neos sieht das Land vor einem Aufschwung.

Die Dreier-Koalition hat mit schlechten Umfragewerten zu kämpfen. Die rechte FPÖ liegt laut Demoskopen mit fast 40 Prozent weit in Front. Die nächste Nationalratswahl findet planmässig 2029 statt.

×

Schreibe einen Kommentar

Kommentar ist erforderlich!

Google Captcha ist erforderlich!

You have reached the limit for comments!

Das Wetter heute in

Lesershop

Hier gehts zum Lesershop

Umfrage

Stilllegung von Zuchtsauenplätzen: Was haltet Ihr davon?

47.7 % Guter Ansatz
47.7 % Schlechter Ansatz
4.6 % Weiss noch nicht

Teilnehmer insgesamt 237

Zur aktuellen Umfrage

Bekanntschaften

Suchen Sie Kollegen und Kolleginnen für Freizeit und Hobbies? Oder eine Lebenspartnerin oder einen Lebenspartner?