
Die Dürre belastet auch Österreichs Landwirtschaft. Nun sollen 240 Mio. Euro die betroffenen Betriebe entlasten.
S: Stefan Schürmann
Das Dürre-Hilfspaket für Österreichs Landwirte steht. Nach langen Verhandlungen wurde am Freitag, dem 21. August 2026, eine Einigung erzielt. Die Hilfsmassnahmen umfassen ein Gesamtvolumen von umgerechnet 222 Mio. Schweizer Franken und sollen den Landwirten spürbare Entlastung durch die Bereitstellung von Liquidität für die Finanzierung von Futter, Saatgut für die Herbstbestellung und notwendigen Betriebsmitteln bringen.
Höfe bruachen dringend Liquidität
Grösster Baustein des Hilfspakets ist eine Entlastung in der Sozialversicherung. Beschlossen wurde ein temporäres Aussetzen der Beiträge im Gegenwert von umgerechnet 130 Mio. Franken; dies entspricht zwei Monatsbeiträgen.
Die dringend benötigte Liquidität auf den Höfen sollen Zinszuschüsse für Betriebsmittelkredite in Höhe von umgerechnet 23 Mio. Franken bringen. Finanziellen Spielraum verschafft ausserdem die Stundung von Agrarinvestitionskrediten; dafür stehen weitere 23 Mio. Franken zur Verfügung. Darüber hinaus werden zusätzliche umgerechnet 46 Mio. Franken für eine einmalige Erhöhung des Prämienzuschusses zur Dürreversicherung in der Hagelversicherung auf 65 Prozent im Jahr 2027 bereitgestellt.
Gegenfinanzierung steht
Laut Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig wurde mit dem Dürrepaket versucht, kurzfristige Hilfen mit der Notwendigkeit der mittel- und langfristigen Haushaltsanierung in Einklang zu bringen. Angepackt worden sei beispielsweise der Hebesatz in der Krankenversicherung der bäuerlichen Sozialversicherung, der grundsätzlich 387 Prozent betrage. Dieser werde als Beitrag der Landwirtschaft zum Bundesbudget für die Jahre 2027 bis 2031 im Ausmass von jährlich umgerechnet 46 Mio. Franken reduziert. Diese Massnahme habe keine negativen Auswirkungen auf die bäuerlichen Versicherten.
Die Finanzierung der Zinszuschüsse und Stundungen soll dem Minister zufolge durch Bund und Länder aufgebracht werden. Der Bundesbeitrag werde durch Umschichtungen im Bereich des Landwirtschaftsministeriums erbracht. Die Finanzierung des zusätzlichen Versicherungsanreizes erfolge analog zur bestehenden Prämienförderung zu gleichen Teilen durch Bund und Länder.
Umwelt- und Klimapolitik vorantreiben
Über die unmittelbaren Entlastungsmassnahmen hinaus hat sich die österreichische Bundesregierung im Rahmen des Dürrepakets darauf verständigt, zentrale umwelt- und klimapolitische Vorhaben voranzutreiben. So sollen das Klimagesetz, eine Novelle zur Beschleunigung von Umweltverträglichkeitsprüfungen und das Carbon-Capture-and Storage-Gesetz zeitnah in die Begutachtung geschickt werden. Beim Bodenschutz wird zudem bis Ende 2026 ein Zielpfad mit Massnahmen erarbeitet, den Flächenverbrauch auf 2,5 Hektaren pro Tag zu begrenzen.