
Das Sturmtief «Harry» hat schwere Schäden vor allem auf Sizilien, Sardinien und Kalabrien angerichtet.
35 bis 45 Prozent der Produktion wurden beschädigt, geht aus Schätzungen der Landwirtschaftsverbände hervor, wie die APA berichtet. Die Gegend umfasst rund 28’000 Hektar Zitrusplantagen, 800 Hektar sind biologisch bebaut.
Zitrusbauern fordern staatliche Unterstützung
Viele Plantagen waren nicht durch Gewächshäuser geschützt, sie wurden durch starke Windböen beschädigt oder vollständig zerstört, wie die Mailänder Wirtschaftszeitung «Sole 24 Ore» (Freitagsausgabe) berichtete. Auch die Aquakulturbetriebe im Süden Sardiniens und der Gewächshausgemüseanbau im Südosten der Insel wurden erheblich beeinträchtigt. Agrarverbände schätzen Verluste in Höhe von mehreren Hundert Millionen Euro.
«Ein grosser Teil unserer Produktion wurde beschädigt», kommentierte Gerardo Diana, Präsident des Konsortiums der Orangenproduzenten «Arancia Rossa di Sicilia». Viele Früchte seien wegen des Windes unbrauchbar. Einige Orangen konnten für die Saftproduktion gerettet werden. Die sizilianischen Zitrusbauern fordern staatliche Unterstützung, unter anderem Vorauszahlungen aus der EU-Agrarförderung und Fördermaßnahmen für Schutznetze und Gewächshäuser.
Scharfe Kritik von Bauernverband
Auch die Fischzuchtbetriebe im Süden Sardiniens sind von dem Unwetter betroffen. Ein Berater des sardischen Verbandes der Fischzüchter berichtet von Schäden an Offshore-Anlagen durch bis zu zehn Meter hohe Wellen. Der Gemüseanbau leide unter anhaltendem Regen, Überflutung und Schadenserregern, die durch Feuchtigkeit gefördert werden.
Cristiano Fini, Präsident des nationalen Bauernverbandes CIA, mahnt: «Wir zahlen hohe Verluste wegen chronischer Vernachlässigung und fehlender Wartung. Extreme Wetterereignisse treffen zehn Prozent der Landesfläche und betreffen fast jeden zehnten Italiener. Notwendig sind Infrastruktur, Prävention und Aufsicht, besonders angesichts des unberechenbaren Klimas. Eine wirksame Umweltvorsorge setzt die Präsenz der Landwirte in den Binnenregionen voraus.»
Das Sturmtief «Harry» hat schwere Schäden vor allem auf Sizilien, Sardinien und Kalabrien angerichtet. Die Schäden werden mit 2 Mrd. Euro (1,83 Mrd. Fr.) beziffert. Die italienische Regierung hat vergangene Woche 100 Mio. Euro (92 Mio. Fr.) für erste Hilfsmassnahmen lockergemacht.