Die UNO warnt vor einer Hungersnot in Syrien wegen ausgeprägter Trockenheit und den Folgen des Bürgerkrieges. Das UNO-Welternährungsprogramm (WFP) bezeichnete in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht den Nordwesten des Landes, insbesondere die Regionen von Aleppo, Idlib und Hama, als besonders bedroht.
In der Gegend gebe es nur etwa halb so viel Niederschlag wie normalerweise. «Dies könnte die Leben von Millionen Menschen gefährden», sagte WFP-Sprecherin Elisabeth Byrns in Genf. Neben der Dürre mache der Landwirtschaft zudem zu schaffen, dass Bewässerungsanlagen und Maschinen durch den Bürgerkrieg zerstört worden seien.
Das WFP ist nach eigenen Angaben derzeit in der Lage, etwa 4,5 Millionen Menschen in Syrien Nothilfe zur Verfügung zustellen. Insgesamt benötigten jedoch rund zwei Millionen weitere Syrer dringend Hilfe. In den von der Trockenheit betroffenen Regionen wird normalerweise mehr als die Hälfte der gesamten syrischen Weizenernte eingebracht. Zuletzt war Syrien im Jahr 2008 von einer Dürre getroffen worden.
Im März 2011 begann in dem Land der Aufstand gegen Staatschef Baschar al-Assad, der sich zu einem Bürgerkrieg entwickelte. In dem Konflikt wurden seither mehr als 150'000 Menschen getötet. Etwa neun Millionen Menschen flohen vor der Gewalt, rund 2,6 Millionen von ihnen ins Ausland.