Theresa Ungru ist «Landwirtin des Jahres»

Die Unternehmerin aus Nordrhein-Westfalen ist beim Ceres Award 2026 zur «Landwirtin des Jahres» gekürt worden. Die Jury würdigte ihr unternehmerisches Engagement weit über den landwirtschaftlichen Betrieb hinaus.

AgE |

Die Preisverleihung fand am 21. Oktober bei der «Nacht der Landwirtschaft» in Berlin statt. Die Jury wählte sie aus den Gewinnern der insgesamt sieben Kategorien zur Gesamtsiegerin.

Ungru führt einen Schweinemastbetrieb mit knapp 2'000 Mastplätzen und 110 Hektaren Ackerland. Daneben ist sie Mitgeschäftsführerin zweier Bürgerwindparks. Zudem hat sie einen Verband mit aufgebaut, der mittlerweile elf solcher Parks mit 84 Anlagen vertritt.

Die Jury würdigte ihr fundiertes Fachwissen, ihren unternehmerischen Weitblick, ihren Mut sowie ihre grosse Kommunikationsstärke. Die Siegerin zeige, dass moderne Landwirtschaft weit über Acker und Stall hinausreiche. Sie schaffe Verbindungen, übernehme Verantwortung und sei fest in der Gesellschaft verankert.

Appell für mehr Windkraft

Die Auszeichnung wolle sie zwar auch nutzen, um Vorbild für Frauen in der Landwirtschaft zu sein, vor allem aber den ländlichen Raum stärken, sagte Ungru in ihrer Dankesrede. In den kommenden 20 Jahren würden Billionenbeträge in die Energiewende investiert. Zumindest ein Bruchteil davon sollte auch dort ankommen, wo die Energie erzeugt werde.

Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer rief sie auf, neben Biogas und Photovoltaik die Windkraft nicht zu vernachlässigen. Gleichzeitig ermunterte sie die Landwirtschaft, Energieprojekte selbst als Bürgerenergie umzusetzen und die Bevölkerung einzubeziehen, um die Akzeptanz zu stärken.

Rainer: Mehr Frauen in Führungspositionen

Der deutsche Landwirtschaftsminister warb in seiner Begrüssungsrede dafür, die Dynamik des laufenden internationalen Aktionsjahres zu Frauen in der Landwirtschaft über dessen Ende hinaus aufrechtzuerhalten.

«Wir brauchen mehr Frauen in der Betriebsleitung», appellierte Rainer. Zudem verwies er darauf, dass sein Ministerium die Professor-Niklas-Medaille, die höchste Auszeichnung des Hauses, in diesem Jahr ausschliesslich an Frauen verliehen habe.

Sonderpreis für Tierwohl

Erstmals wurde im Rahmen des Ceres Award auch der Sonderpreis der Initiative Tierwohl (ITW) vergeben. Die mit 2'500 Euro (2'350 Franken) dotierte Auszeichnung ging an Stefan Russ, Leiter eines Familienbetriebs im baden-württembergischen Lottstetten.

Der Betrieb hält rund 600 Kälber und Rinder in Aussenklimaställen und verbindet Rinder- und Legehennenhaltung mit Ackerbau sowie Energieerzeugung. Zudem bietet der Hof als zertifizierter Lernort Schulklassen Einblicke in die Nutztierhaltung und bildet Landwirte, Metzger und Gastronomen weiter. Mit dem Sonderpreis sollten Betriebe ausgezeichnet werden, die über die gesetzlichen Anforderungen hinaus Massnahmen für mehr Tierwohl umsetzen, erklärte ITW-Geschäftsführer Alexander Hinrichs.

21 Betriebe im Finale

Der Ceres Award von agrarheute aus dem Deutschen Landwirtschaftsverlag (dlv) wurde in diesem Jahr zum 13. Mal verliehen. Hauptsponsor ist die Landwirtschaftliche Rentenbank. Aus mehr als 250 Bewerbungen schafften es 21 Betriebe aus Deutschland und Österreich ins Finale – drei pro Kategorie.

Der Hauptpreis ist mit 20'000 Euro (18'800 Franken) dotiert, die Sieger der einzelnen Kategorien erhalten jeweils 1'000 Euro (940 Franken).

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