
US-Präsident Donald Trump will günstiges Rindfleisch importieren.
KI erstellt
«Wir alle wünschen uns niedrigere Lebensmittelpreise, aber wie ich schon seit Monaten sage, dürfen wir das nicht auf Kosten der amerikanischen Erzeuger erreichen», schrieb etwa die republikanische Senatorin Deb Fischer auf der Plattform X. Die «Überschwemmung des Marktes mit ausländischem Rindfleisch» werde der US-Viehwirtschaft schaden, sagte die Vertreterin von Nebraska, einem der für die Viehzucht in den Vereinigten Staaten wichtigsten Bundesstaaten.
Import von 300’000 Tonnen geplant
Auch der republikanische Senator Tim Sheehy kritisierte Trumps Vorstoss. Dieser würde Viehzüchtern schaden, schrieb er auf X. Vielzüchter und Bauern wählen traditionell eher republikanisch, viele von ihnen sind Anhänger der Trump-zugewandten «Make America Great Again»-Bewegung (MAGA).
I’m extremely disappointed by this decision from the White House. We all want lower grocery prices, but as I’ve said for months, we cannot do it at the expense of American producers. Flooding the market with foreign beef hurts our livestock industry and undermines the long-term… https://t.co/RFMajRBHmO
— Senator Deb Fischer (@SenatorFischer) August 21, 2026
Trump hatte zuvor bekanntgegeben, ein nicht näher spezifiziertes Abkommen abgeschlossen zu haben und damit den Preis für Rinderhackfleisch zu senken. In den kommenden 90 Tagen sollen bis zu 300’000 Tonnen Rinderhack ohne zusätzliche Zölle in die USA importiert werden. «Wir haben zugesichert, dass dieses Rindfleisch 25 Prozent unter dem aktuellen Marktpreis verkauft wird», hiess es weiter in einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social.
Politisch motiviert
Trumps Vorstoss dürfte als Versuch gewertet werden, um wenige Monate vor den US-Zwischenwahlen bei Wählerinnen und Wählern zu punkten. Am 3. November werden Repräsentantenhaus und Senat neu geordnet. Trumps Partei hat derzeit eine hauchdünne Mehrheit in den beiden Parlamentskammern.
I’ve advised President Trump against this course of action for a year because American ranchers have been struggling against the packer monopoly for decades, and this will further harm them - most of whom are MAGA Republicans.
— Tim Sheehy (@TimSheehyMT) August 21, 2026
The President’s heart is in the right place on… https://t.co/CitifFJr8R
Die US-Bevölkerung hadert seit langem mit höheren Preisen infolge der Energiekrise, die durch Trumps Krieg gegen den Iran und die verzwickte Situation in der Strasse von Hormus ausgelöst wurde. Trump hatte bereits zuvor versucht, das traditionell von Demokraten beanspruchte Thema von Erschwinglichkeit an sich zu reissen – sichtbare Erfolge blieben zunächst aus.
Heftige Kritik von Viehzüchtern
Kritik an der Wirksamkeit von Trumps Vorhaben gab es auch aus der betroffenen Branche: «Man stellt Amerika nicht an erste Stelle, indem man die US-amerikanischen Rinderzüchter an letzte Stelle setzt», sagte der Präsident des US-Viehzüchterverbands, Justin Tupper. «Dieser Schritt schwächt unsere Märkte und gefährdet die Lebensmittelsicherheit.»
Ähnlich äusserte sich der Vorsitzende des Nationalen Rinderzuchtverbands, Colin Woodall. Die Überschwemmung des Marktes mit staatlich subventioniertem Rindfleisch unterhalb des Marktpreises sei nicht der richtige Weg, um den amerikanischen Rinderbestand wieder aufzubauen. Die «langfristige Stabilität» werde durch spontane Versprechungen geopfert.
Auf die Kritik angesprochen sagte Trump am Freitagnachmittag lediglich, dass die Farmer «zugegeben» hätten, dass sie Hilfe bräuchten, um die Preise nach unten zu treiben. «Das ist also, was wir tun. Das hören wir.»