
Nach Angaben des Landwirtschaftsministers hat sich die Situation im ukrainischen Agrarsektor seit Ende 2025 verschlechtert. Grund dafür seien insbesondere die intensivierten russischen Drohnenangriffe auf landwirtschaftliche Infrastrukturen sowie auf Hafenanlagen in der Region Odessa.
zvg
Die Landwirtschaft der Ukraine hat seit Beginn des russischen Angriffskrieges direkte Schäden von rund 11 Mrd. US-Dollar (rund 8,9 Mrd. Franken) erlitten. Diese Zahl nannte der stellvertretende Landwirtschaftsminister Taras Vysotskyi in einem Kommentar für den Wirtschaftsdienst Bloomberg.
Mindestens 6,5 Mrd. US-Dollar (rund 5,3 Mrd. Franken) entfallen laut Vysotskyi auf zerstörte oder beschädigte Maschinen und Geräte, Teile der logistischen Infrastruktur einschliesslich Getreidespeichern sowie auf gestohlene oder vernichtete landwirtschaftliche Produkte
Tatsächliche Verluste deutlich höher
Die Gesamtverluste des Agrarsektors liegen nach Einschätzung des Vizeministers jedoch deutlich über diesen direkten Schäden. Hinzu kommen unter anderem Einnahmeausfälle entlang der Wertschöpfungskette, Störungen in der Logistik sowie ein anhaltender Mangel an qualifizierten Arbeitskräften. Dieser ist vor allem darauf zurückzuführen, dass viele Beschäftigte zum Militärdienst eingezogen wurden.
Drohnenangriffe verschärfen die Lage
Nach Angaben von Vysotskyi hat sich die Situation im ukrainischen Agrarsektor seit Ende 2025 verschlechtert. Grund dafür seien insbesondere die intensivierten russischen Drohnenangriffe auf landwirtschaftliche Infrastrukturen sowie auf Hafenanlagen in der Region Odessa. «In den ersten Monaten dieses Jahres wurden die Häfen von Gross-Odessa mehr als 180 Mal angegriffen – fast so oft wie im gesamten Vorjahr», erklärte der Vizeminister.
Die Angriffe hätten zeitweise zu einem Rückgang der Exportaktivitäten um 20 bis 30 Prozent geführt. Dennoch hätten die Hafenanlagen insgesamt eine hohe Widerstandsfähigkeit bewiesen und ihre Funktion weitgehend aufrechterhalten können.