Umstrittener Amazonas-Staudamm: Richter setzt Anhörung aus

Ein brasilianischer Bundesrichter hat eine für Montag angesetzte Anhörung zum umstrittenen Staudamm von Belo Monte im Amazonasgebiet ausgesetzt. An der Anhörung sollten ursprünglich Vertreter des Konzerns und der Besetzer teilnehmen.

sda/afp |

Ein brasilianischer Bundesrichter hat eine für Montag angesetzte Anhörung zum umstrittenen Staudamm von Belo Monte im Amazonasgebiet ausgesetzt. An der Anhörung sollten ursprünglich Vertreter des Konzerns und der Besetzer teilnehmen.

Wie der staatliche Baukonzern Norte Energia auf seiner Internetseite mitteilte, begründete der Richter seine Entscheidung damit, dass Ureinwohner und Fischer weiterhin eine der Baustellen besetzten. Die Besetzer werfen Norte Energia vor, im Juni während des UNO-Nachhaltigkeitsgipfels in Rio de Janeiro gegebene Versprechen noch immer nicht eingelöst zu haben.

Damals hatten 150 Ureinwohner drei Wochen dieselbe Baustelle besetzt. Sie forderten die Markierung ihres Landes, die Ausweisung aller Nicht-Einheimischen aus ihrem Gebiet sowie die Verbesserung des Gesundheitssystems und der Wasserversorgung.

Umweltschützer befürchten durch das Grossprojekt am Xingu-Fluss, einem Zustrom des Amazonas, irreparable Schäden für das Ökosystem. Der Staudamm von Belo Monte, durch den der Xingu auf einer Fläche von 500 Quadratkilometern aufgestaut werden soll, ist der grösste derartige Bau in Brasilien.

Nach seiner Inbetriebnahme soll er elf Prozent der Stromversorgung des Landes sichern. Nach Angaben der Regierung müssen im Zuge des Projekts 16’000 Menschen umgesiedelt werden. Einige Nichtregierungsorganisationen sprechen von bis zu 40’000 Menschen.

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