Unser Nachbar produziert mehr Milch

Österreichs Milchbauern haben im vergangenen Jahr die Produktion gesteigert. Das Milchaufkommen war mit 3,68 Mio. Tonnen um 2,8% grösser als im Vorjahr. Rund 18% der gelieferten Menge kam von Biobetrieben. Damit weist das Alpenland den höchsten Bio-Anteil in der EU auf.

Österreichs Milchbauern haben im vergangenen Jahr die Produktion gesteigert. Nach Angaben des Milchverbandes (MVÖ) wurden den 69 Molkereien des Landes insgesamt 3,68 Mio. Tonnen Milch angedient; das waren 2,8% mehr als im Vorjahr. Auf Biomilch entfielen mit 633ß600 Tonnen rund 18% der Milchmenge. Damit hat das Alpenland den mit Abstand höchsten Biomilchanteil in der Europäischen Union.

Die Zahl der österreichischen Milchviehbetriebe sank um 3,5%, während der Kuhbestand stabil blieb. Die Milchpreise stiegen im Jahresdurchschnitt stark an, fielen aber Ende 2025 aber wieder deutlich ab.

Zahl der Milchviehbetriebe nimmt ab

Dem Verband zufolge ist die Zahl der Milchviehbetriebe im vergangenen Jahr um 3,5% zurückgegangen, und zwar von 21’600 auf etwas mehr als 20’800. Weitgehend konstant blieb hingegen der Milchkuhbestand; erfasst wurden rund 536’200 Tiere. Entsprechend stieg die durchschnittliche pro Hof gehaltene Zahl an Kühen auf 25,8.

Der Milchmarkt 2025 habe sich im Durchschnitt stabil entwickelt, fasste MVÖ-Präsident Helmut Petschar zusammen. Für ein Kilogramm Milch mit Qualitätszuschlägen hätten die Molkereien im Schnitt 63,58 Cent (58,4 Rappen) gezahlt, für gentechnikfreie Qualitätsmilch 54,04 Cent (50 Rappen); im Vergleich zum Vorjahr sei das jeweils ein Plus von etwa 12%.

Gegen Jahresende habe jedoch aufgrund hoher Produktionsmengen ein Preisverfall eingesetzt, so Petschar. Im Februar 2026 sei gentechnikfreie Qualitätsmilch nur noch mit 45,75 Cent/kg (42 Rappen) vergütet worden. In Kombination mit den gestiegenen Energiekosten sei die Lage der Milchviehbetriebe daher «teilweise schon existenzbedrohend».

Exporte auf Höchststand

Der Gesamtumsatz der Molkereien lag bei 4,4 Mrd. Euro (4,04 Mio. Euro) , was gegenüber 2024 einem Plus von fast 9% entspricht. Laut MÖV betrug die Marge der Unternehmen aber nur etwa 1%. Zufrieden kann die Milchbranche auf ihre Aussenhandelsstatistik schauen. Auf einen neuen Höchstwert stiegen die Exporte. Die Statistik Austria weist - noch vorläufig - eine Summe von 1,95 Mrd. Euro (1,79 Mio. Franken) aus; im Vorjahresvergleich ist das ein Plus von 175 Mio. Euro (161 Mio. Franken) oder 9,5%.

Kräftig zugelegt haben aber auch die Importe; diese summierten sich auf 1,32 Mrd. Euro (1,21 Mrd. Franken) , womit der 2024 erreichte Wert um 150 Mio. Euro (138 Mio. Franken) beziehungsweise 12,4% übertroffen wurde. Unter dem Strich ergab sich ein positiver Aussenhandelssaldo von 634 Mio. Euro (582 Mio. Franken); gegenüber dem Vorjahr ist das ein Zuwachs von 4%. Hauptabnehmer der österreichischen Milchprodukte war der Nachbar Deutschland; dahinter folgten Italien, Spanien, Griechenland und die Niederlande. Am gefragtesten war Käse, der 987 Mio. Euro (907 Mio. Euro) in die Kassen der Exporteure spülte.

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