
Der Bauernverband Coldiretti berichtet von erheblichen Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen sowie an Betrieben und technischen Anlagen.
Monika Gerlach
Unwetter mit Starkregen, Sturm und Hagel haben in mehreren Regionen Nord- und Mittelitaliens erhebliche Schäden verursacht. Besonders betroffen waren laut einer APA-Meldung die Regionen Friaul-Julisch Venetien, Toskana und Latium. Auch in weiteren Landesteilen kam es zu Überschwemmungen und wetterbedingten Beeinträchtigungen.
Tornado und Überschwemmungen in Rom
Ein Tornado hat in Rom zahlreiche Bäume umgerissen und den Verkehr in Teilen der italienischen Hauptstadt erheblich beeinträchtigt. Heftige Regenfälle führten in mehreren Stadtvierteln zu Überschwemmungen.
Besonders betroffen waren die Bezirke Nomentano, Salario und Parioli. Dort kam der Verkehr zeitweise nahezu zum Erliegen, weil die Wassermassen zahlreiche Strassen überfluteten. Teilweise reichte das Wasser bis an die Fenster geparkter Fahrzeuge heran. Zudem wurde ein Marktstand von einer starken Windböe erfasst und gegen ein geparktes Auto geschleudert. Verletzt wurde dabei niemand.
Grosse Verluste bei Feldfrüchten
Der Bauernverband Coldiretti berichtet von erheblichen Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen sowie an Betrieben und technischen Anlagen. Besonders betroffen seien Getreide-, Obst- und Gemüsekulturen. Überschwemmungen, umgestürzte Bäume und Hagelschäden hätten zahlreiche Kulturen kurz vor Beginn der Erntezeit in Mitleidenschaft gezogen. Auch Dächer von Wirtschaftsgebäuden und Biogasanlagen wurden durch starke Windböen beschädigt.
Zu den am stärksten betroffenen Regionen zählt die Emilia-Romagna. In der Provinz Ferrara wurden nach Angaben von Coldiretti Weizen, Mais, Soja, Tomaten sowie Obst- und Gemüsekulturen beschädigt. In der Provinz Modena wurde Weizen kurz vor der Ernte durch Wind und Regen niedergedrückt. In einigen Weinbergen gingen laut Verband bis zu 90 Prozent der Trauben verloren. Hagel verursachte zudem erhebliche Schäden in Birnenplantagen.
Millionenschäden in mehreren Regionen
Auch in Venetien wurden grosse Anbauflächen in der Provinz Rovigo in Mitleidenschaft gezogen. Hunderte Hektaren landwirtschaftlicher Nutzfläche seien betroffen. Maisfelder, Obstplantagen, Gemüsekulturen und Gewächshäuser hätten teilweise schwere Schäden erlitten.
Der wirtschaftliche Schaden könnte sich nach ersten Schätzungen auf mehrere Millionen Euro belaufen.
In der Lombardei traf das Unwetter insbesondere die Provinzen Cremona, Lodi, Pavia und Mantua. Dort deckte der Sturm Gewächshäuser und Wirtschaftsgebäude ab. Mais- und Weizenfelder wurden niedergewalzt oder teilweise entwurzelt. Hagel beschädigte zudem Melonen- und Obstkulturen.