
Der grösste Teil der Hilfen ist für die Ackerbauern vorgesehen.
Gordon Johnson
Die von US-Präsident Donald Trump gemeinsam mit Landwirtschaftsministerin Brooke Rollins am 8. Dezember angekündigten einmaligen Überbrückungszahlungen in Höhe von 12 Mrd. US-Dollar (9,45 Mrd. Fr.) sollen vorübergehende Störungen des Handelsmarktes und gestiegene Betriebskosten abfedern – und zwar bis zum Inkrafttreten der «historischen Investitionen aus dem One Big Beautiful Bill Act».
Von offizieller Seite wird der Schwarze Peter für die aktuelle Misere in der US-Landwirtschaft der vorherigen Biden-Regierung zugeschoben, die zu Rekordpreisen für Betriebsmittel und dem Ausbleiben neuer Handelsabkommen geführt habe.
Auszahlungen bis Februar
Von den bereitgestellten Mitteln sollen bis zu 11 Mrd. $ (8,75 Mrd. Fr.) für das sogenannte «Farmer Bridge Assistance (FBA)-Programm» verwendet werden, das speziell Ackerbauern unterstützen soll. Farmer, die für das FBA-Programm qualifiziert sind, können mit Auszahlungen bis zum 28. Februar 2026 rechnen. Die verbleibende Milliarde an Sonderzahlungen ist für Kulturen reserviert, die nicht unter das FBA-Programm fallen, wie zum Beispiel Sonderkulturen und Zucker. Die Details, einschliesslich der Zeitpläne für diese Zahlungen, werden laut dem US-Landwirtschaftsministerium (USDA) aktuell erarbeitet.
Um die Stimmung in der Agrarbranche zu heben, lancierte das USDA am 10. Dezember eine für eine Behörde ungewöhnliche Presseverlautbarung, in der alle positiven Stimmen zum Unterstützungspaket zusammengetragen wurden. So spricht der Präsident der American Farm Bureau Federation (AFBF), Zippy Duvall, von einer «wichtigen Stütze», die für viele den entscheidenden Unterschied zwischen dem Weiterbestehen oder der Schliessung ihres Familienbetriebs ausmachen können. Während die Stimmen von zahlreichen Senatoren, Republikanern und Verbandsvertretern die Massnahme naturgemäss loben, gibt es auch relevante Player, die darin fehlen.
Kritik an Agrarpolitik
Nicht mit von der Partie ist beispielsweise die National Farmers Union (NFU). In einer unmittelbar nach der Bekanntgabe veröffentlichten Stellungnahme heisst es, dass kurzfristige Zahlungen zwar wichtig seien, aber nur ein erster Schritt sein könnten. «Was wir wirklich brauchen, sind langfristige strukturelle Reformen», betonte NFU-Präsident Rob Larew und stellte weiter fest: «Wir erleben gerade die Folgen einer hoffnungslos veralteten Agrarpolitik.»
Daher drängt der Branchenverband auf ein neues Agrargesetz, dass er gemeinsam mit dem Kongress entwerfen will. Denn das Sicherheitsnetz für landwirtschaftliche Betriebe kann aus Sicht der NFU nicht mit den heutigen wirtschaftlichen Realitäten Schritt halten. «Die Produktionskosten bleiben hoch, die Handelsbeziehungen sind unsicher, der Zugang zu bezahlbarer Gesundheitsversorgung ist gefährdet und der Druck auf ländliche Gemeinden nimmt weiter zu», fasst Larew zusammen.
Folgen von «Trumps Handelskrieg»
Die Demokraten hingegen sprechen von einer «mickrigen Rettungsaktion», nachdem Trumps «rücksichtsloser Handelskrieg» die amerikanischen Landwirte dezimiert habe. Der Präsident versuche, die Folgen mit Notfallzahlungen aus Steuergeldern abzumildern.
Laut der Demokratischen Partei werden diese die Verluste der Farmer nicht vollständig ausgleichen können und sicherlich nicht den grundlegenden Schaden beheben, den Trump den Märkten zugefügt habe.