USA: KI-Rechenzentren locken mit Millionen für Farmland

Der Bau von KI-Rechenzentren boomt in den USA. Im Zuge dessen lehnte eine Farmerfamilie aus Kentucky ein Kaufangebot von 26 Millionen Dollar für einen Teil ihres Landes ab. Anders entschieden sich die Kiliti aus Pennsylvania.

clu |

Ida Huddleston bewirtschaftet mit ihrer Familie eine rund 485 Hektaren grosse Farm ausserhalb von Maysville im Bundesstaat Kentucky. Ein Unternehmen, das dort ein KI-Rechenzentrum errichten wollte, bot der Familie demnach 26 Millionen Dollar für einen Teil ihres Landes. Das berichtet der US-Sender «WKRC-TV».

Für die Familie kam ein Verkauf dennoch nicht infrage. Huddlestons Tochter Delsia Bare erklärt gegenüber «WKRC-TV», man habe das Angebot nie ernsthaft in Betracht gezogen. «Sechsundzwanzig Millionen Dollar bedeuten mir nichts», sagt sie in der Reportage. Die Familie betont, dass ihre Wurzeln auf dem Betrieb mehrere Generationen zurückreichen und ihr Land seit jeher der Lebensmittelproduktion diene.

«Alte, dumme Bauern»

Ida Huddleston steht den Versprechen skeptisch gegenüber, ein Rechenzentrum werde Arbeitsplätze und wirtschaftlichen Aufschwung in die Region bringen. Die Familie befürchtet auch negative Folgen für Landwirtschaft und Wasserressourcen. «Sie nennen uns alte, dumme Bauern, aber das sind wir nicht», sagt sie gegenüber dem Sender.

Den Medienberichten zufolge haben die Projektentwickler ihre Pläne inzwischen angepasst und benachbarte Grundstücke einbezogen, deren Eigentümer einem Verkauf zugestimmt haben. Das Rechenzentrum könnte somit trotz der Ablehnung der Familie entstehen.

Ein Scherz?

Ganz anders fiel die Entscheidung einige hundert Kilometer weiter nördlich im Bundesstaat Pennsylvania aus. Wie «Yahoo!Finance» unter Berufung auf das «Wall Street Journal» berichtet, hielten David und Marilee Kiliti das erste Kaufangebot eines Entwicklers von KI-Rechenzentren zunächst für einen Scherz. Dass ihre 36 Hektaren grosse Schweinefarm mehr als 20 Millionen Dollar wert sein könnte, erschien ihnen kaum vorstellbar.

Der Betrieb habe über Jahre mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen. David Kiliti nahm zusätzliche Arbeit auf dem Bau an, während seine Frau Marilee bis zu ihrer Pensionierung als Gabelstaplerfahrerin arbeitete, um den Hof finanziell zu stützen. 

Schulden beglichen

Schliesslich verkaufte das Ehepaar seine Flächen für mehr als 22 Millionen Dollar. Das entspricht umgerechnet 655'104 Franken pro Hektar, wie das deutsche Onlineportal «agrarheute.de», das die Berichterstattung aus den USA aufgriffen hat, berechnet hat. Mit dem Erlös erfüllte sich das Ehepaar den Wunsch nach einem Haus auf einem Hügel, ausgestattet mit Pool, Heimkino und einem Whirlpool im Obergeschoss.

Wie das «Wall Street Journal» weiter berichtet, war der Verkauf Teil eines deutlich grösseren Geschäfts: Insgesamt veräusserten 96 Familien rund 688 Hektaren Land an den Rechenzentrumsentwickler QTS, eine Tochtergesellschaft des Finanzinvestors Blackstone. Der Kaufpreis belief sich auf insgesamt 586 Millionen Dollar.

×

Schreibe einen Kommentar

Kommentar ist erforderlich!

Google Captcha ist erforderlich!

You have reached the limit for comments!

Das Wetter heute in

Lesershop

Hier gehts zum Lesershop

Umfrage

Hitzestress: Sind Eure Kühe krank?

5.1 % Wir halten keine Milchkühe.
18.6 % Ja, fast die ganze Herde.
15.3 % Ja, mehr als die Hälfte der Herde.
14 % Ja, etwa ein Drittel der Herde.
10.7 % Ja, mehrere Tiere.
15.8 % Ja, einzelne Tiere.
20.5 % Nein

Teilnehmer insgesamt 215

Zur aktuellen Umfrage

Bekanntschaften

Suchen Sie Kollegen und Kolleginnen für Freizeit und Hobbies? Oder eine Lebenspartnerin oder einen Lebenspartner?