Der neuseeländische Molkereikonzern Fonterra hat in dem am 31. Mai beendeten Milchwirtschaftsjahr 2013/14 deutlich mehr Rohstoff als in der vorangehenden Saison verarbeitet.
Wie aus aktuellen Daten des Unternehmens hervorgeht, erfasste der genossenschaftliche Molkereikonzern in seinem Heimatland insgesamt 1,58 Mrd kg Milchfeststoff; das waren 121 Mio kg oder 8,3 % mehr als im Wirtschaftsjahr 2012/13. In der Vorsaison war die Milcherzeugung allerdings aufgrund von langen Trockenperioden nur unterdurchschnittlich ausgefallen.
Im benachbarten Australien lieferten die Erzeuger 2013/14 hingegen mit 112 Mio kg Milchfeststoffen rund 2 Mio kg oder 1,7 % weniger Rohstoff an die Fonterrawerke. Zukünftig will sich der Konzern nicht allein auf die heimische Milchbasis verlassen und investiert deshalb verstärkt in Produktionsanlagen außerhalb Neuseelands, besonders in China. Dort wurde der neuseeländischen Presse zufolge in der vergangenen Woche eine neue Megafarm in Betrieb genommen.
Diese besteht aus insgesamt fünf Produktionseinheiten, die jeweils bis zu 3 500 Kühen beherbergen, so dass dort jährlich rund 150 000 Mio kg Milch erzeugt werden können. Fonterra hatte bereits 2012 das Ziel ausgegeben, bis zum Jahr 2020 in China 1 Mrd kg Milch produzieren zu wollen. Die Inbetriebnahme der Megafarm sei nur der erste Schritt; eine zweite Anlage mit einer ähnlichen Kapazität werde voraussichtlich 2015 fertiggestellt sein, erläuterte der Fonterra-Direktor für internationale Landwirtschaft, Henk Bles. Nach seinen Angaben werden alle Kühe, die aus Neuseeland und Australien importiert wurden, in der chinesischen Produktionseinheit im Stall gehalten und erzeugen dort nach strengen Hygienerichtlinien eine qualitativ hochwertige Milch. Diese werde nicht selbst verarbeitet, sondern an chinesische Molkereien vor Ort vermarktet, die für den Qualitätsrohstoff einen Aufpreis zahlten. Dies mache die Milchfarmen Fonterras in China sehr profitabel, betonte Bles.