Die nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) seien eine enorme Chance, in den nächsten 15 Jahren ein Umdenken der Gesellschaft herbeizuführen. Nur so könne eine ressourcenschonende Entwicklung stattfinden.
„Wenn die Landwirtschaft einen Kurswechsel anvisiert, werden auch andere Wirtschaftszweige nachziehen“, sagt Hans Herren, Gründer von Biovision. Mit diesen Worten leitete er die am 21. Januar 2015 an der Universität Bern gehaltene Podiumsdiskussion zu den SDGs ein.
Schweiz kann Vorbildfunktion einnehmen
Die SDGs dienen als neuen Kompass und fordern Nachhaltigkeit in allen Bereichen - und besonders in der Landwirtschaft. Die Schweiz könne hier durch ihre Förderung der integrierten Produktion eine gewisse Vorbildfunktion einnehmen, meint Markus Bürli der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA). Denn für eine nachhaltige Landwirtschaft sieht er es als wichtig, die Grenzen zwischen biologischer und industrieller Landwirtschaft zu brechen und das Beste von beidem zu kombinieren.
Die SDGs sind weniger eine an die Entwicklungsländer gerichtete Agenda zur Armutsbekämpfung, wie es die Millennium Ziele (MDGs) waren, sagt Thomas Breu, Direktor des Centre for Development and Environment der Uni Bern während der Diskussion. Sie sind vielmehr eine Nachhaltigkeitsagenda, welche sich an die gesamte Welt richtet.
SDGs lösen MDGs ab
Neu sei ebenfalls die integrative Herangehensweise der SDGs, meint Markus Bürli. Die Ziele der SDGs würden von den Ländern mitbestimmt und als interdependente Einheit gesehen. Die Landwirtschaft beeinflusse zum Beispiel nicht nur den Hunger, sondern ebenfalls die Armut, Wirtschaft, Gesundheit, Ressourcen oder das Klima.
Die SDGs lösen die Millennium Development Goals (MDGs) ab, welche von 2000 bis 2015 wegweisend für die globale Entwicklungsagenda waren. Von Januar 2015 bis September 2015 diskutieren nun die Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen die 17 Ziele der SDGs. Die Schweizer Delegation setzt sich dafür ein, dass die formulierten Zielen angenommen werden und sich die Vorverhandlungen der Erarbeitung von Methoden sowie den Überprüfungsmechanismen widmen.
Informationen zu den SDG’s und den Vorverhandlungen finden Sie hier.