Angesichts der andauernden Krise im Euro-Raum und des bevorstehenden UNO-Nachhaltigkeits-gipfels Rio +20 hat die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum gefordert.
Ausgeglichene Staatsfinanzen und Wohlstand in den Industrieländern seien an umweltschonendes und nachhaltiges Wachstum gekoppelt, sagte Lagarde am Dienstag im Center for Global Development in Washington. Lagarde kritisierte das «erhebliche menschliche Leiden» und die ungerechte Zuteilung von Ressourcen, die «uns auf den falschen Weg führen».Lagarde: grünes Wachstum und umfassendes Wachstum
«Wir müssen mit Grundsätzlichem beginnen», sagte Lagarde. Ausgehend von wiederhergestellter wirtschaftlicher Stabilität und Wachstum könne man «grünes Wachstum und umfassendes Wachstum erreichen». Dies seien die Bausteine einer nachhaltigen und gerechten ökonomischen Zukunft.
Zwar könne Wirtschaftswachstum zu Lasten der Umwelt gehen, räumte Lagarde ein. Weil aber eine Verschlechterung der Umweltbedingungen auch die Wirtschaft schädigen könne, sei eine «grüne Wirtschaft» erforderlich.
Die IWF-Chefin warnte in diesem Zusammenhang vor einer weiteren Verschlechterung der Wirtschaftslage in den führenden Industrienationen, weil dies auf Kosten nachhaltigen Wachstums und «grüner Wirtschaft» gehe.
Ankurbelung notwendig
Eine Ankurbelung des Wachstums sei notwendig. Vor allem die europäischen Industrieländer müssten dabei vorangehen: «Die Politiker müssen die entscheidenden Schritte machen, um sich aus der Krise zu befreien», forderte Lagarde.
Im mexikanischen Los Cabos treffen sich am Montag und Dienstag nächster Woche die Staats- und Regierungschefs der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G-20). Ein wichtiges Thema dort dürfte die europäische Schuldenkrise sein.