
Im Zentrum des Protests zu dem der Bayerische Bauernverband (BBV) aufgerufen hat, stehen die Produktionskosten.
zvg
In der deutschen Stadt Würzburg treffen sich die Landwirtschaftsministerinnen und -minister der deutschen Bundesländer zur Agrarministerkonferenz. Begleitet wird das Treffen von einem Protest der bayerischen Bauernschaft.
Rund 500 Landwirtinnen und Landwirte haben sich am Donnerstag zu einer Kundgebung und einem Demonstrationszug versammelt. Dazu aufgerufen hatte nach eigenen Angaben der Bayerische Bauernverband (BBV). Bayern hat in diesem Jahr laut dem Verband den Vorsitz der Agrarministerkonferenz, an der auch der deutsche Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer teilnimmt.
«Betriebe brauchen konkrete Entlastungen»
Im Zentrum des Protests stehen die Produktionskosten. Der BBV fordert unter anderem eine vollständige Entlastung beim Agrardiesel von 21,48 Cent je Liter (19,92 Franken je Liter) für den Verbrauch im Jahr 2025 sowie weitere Entlastungen bei den Energiekosten. «Die Betriebe brauchen angesichts von hohen Energie- und Betriebsmittelkosten, schwierigen Märkten sowie den Folgen von Hitze und Trockenheit jetzt konkrete Entlastungen», wird BBV-Präsident Günther Felssner in der Mitteilung des Verbands zitiert.
Auch die gemeinsame Agrarpolitik der Europäischen Union (GAP) beschäftigt die Demonstrierenden. Für die Jahre 2028 bis 2034 fordert der BBV mindestens 500 Milliarden Euro (463,60 Milliarden Franken) EU-Agrarmittel. Zudem verlangt der Verband weniger Bürokratie und eine stärkere Ausrichtung der Agrarpolitik auf die Einkommen der Landwirtschaft. «Landwirtschaft braucht Perspektive – durch weniger Belastungen, faire Wettbewerbsbedingungen und eine starke Agrarpolitik», schreibt der BBV.
Kritisiert wird laut dem Bayerischen Rundfunk auch das Direktzahlungssystem, bei dem pro Hektar Fläche Zahlungen an die Landwirte ausgerichtet werden. Kritiker würden bemängeln, dass dieses Prinzip Grossbetriebe bevorteile, während kleine und mittlere Höfe in Existenznot geraten.
Staatliche Tierhaltungskennzeichnung sorgt für Diskussionen
An der Agrarministerkonferenz stehen neben der EU-Agrarpolitik auch das Düngerecht und die Tierhaltung auf der Traktandenliste. Wie «agrarheute.com» berichtet, sorgt insbesondere die staatliche Tierhaltungskennzeichnung für Diskussionen. Bayern und Sachsen-Anhalt wollen das entsprechende Gesetz abschaffen. Niedersachsen spricht sich dagegen dafür aus, es an die Vorgaben der EU-Kommission anzupassen.
Neben dem Protest des BBV war laut «agrarheute.com» auch eine Gegendemonstration des Bündnisses «Wir haben es satt» angekündigt. Umwelt- und Naturschutzverbände befürchten demnach, dass Schutzstandards beim Pflanzenschutz und Düngerecht abgebaut werden könnten.