Wegen Embargo: Milchverarbeiter senkt Produzentenpreis

Das Handelsembargo Russlands für Agrarprodukte aus Europa hat bei den Konsumenten im besonders von den Sanktionen betroffenen Finnland das Interesse an heimischen Produkten gefördert. Im Milchsektor führt der Einfuhrstopp Russlands zu Preissenkungen.

AgE |

Das Handelsembargo Russlands für Agrarprodukte aus Europa hat bei den Konsumenten im besonders von den Sanktionen betroffenen Finnland das Interesse an heimischen Produkten gefördert. Im Milchsektor führt der Einfuhrstopp Russlands zu Preissenkungen.

Wie das Fachmagazin Maasedun Tulevaisuus vergangene Woche berichtete, hat eine Umfrage des finnischen Arbeitgeberverbands ergeben, dass fast ein Fünftel der Konsumenten seit Beginn des Embargos gezielt zu Waren aus dem eigenen Land greift. Dabei sei das Interesse der finnischen Frauen mit 21 Prozent deutlich grösser als das der männlichen Verbraucher.

Die russischen Sanktionen haben nach Einschätzung des Verbandspräsidenten Tero Lausala eine regelrechte Volksbewegung losgetreten. Allerdings könne derzeit noch nicht abgeschätzt werden, ob der erhöhte Konsum finnischer Waren den fehlenden Export ausgleichen könne.

Im Milchsektor sind die negativen Folgen des Embargos allerdings schon jetzt zu spüren. So hat der grösste finnische Milchverarbeiter Valio bereits unter Bezug auf durch Russlands Importverbot verursachte Absatzprobleme Entlassungen angekündigt. Zudem wird die Molkerei ihren Milchabnahmepreis ab September um 4 Cent pro Liter zurücknehmen. Valio zufolge machten die Exporte des Unternehmens nach Russland im letzten Jahr etwa ein Fünftel des gesamten Umsatzes aus.

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