Auch Lobag schafft Jahresmenge ab

Die Lobag Milch AG reorganisiert sich. Sie trennt Milchhandel von der politischen Interessenvertretung. Das neue Mengenreglement bezieht sich nicht mehr auf die Kontingentsmenge der Jahre 2008/2009.

Daniel Etter/Samuel Krähenbühl |

Die Lobag Milch AG reorganisiert sich. Sie trennt Milchhandel von der politischen Interessenvertretung. Das neue Mengenreglement bezieht sich nicht mehr auf die Kontingentsmenge der Jahre 2008/2009.

Die Lobag Milch AG löst sich komplett von der PO Lobag. Mit diesem Neustart verabschiedet sie sich auch vom bisherigen Jahresabrechnungssystem. Ab dem 1. Januar 2014 wird  jedem Lobag-Lieferanten eine Monatsvertragsmenge zugeteilt. Als Basis zu deren Berechnung gelten die Milchjahre 2012 und 2013. Die durchschnittlich eingelieferte Menge pro Jahr wird durch 12 Monate geteilt und gilt neu als monatliche Vertragsmenge. Die Basismenge per 31. Dezember 2013 wird nicht gekürzt und gilt als Minimum. Damit wird die bisherige Basismenge, welche der letzten Kontingentsmenge 2008/2009 entsprach,  in eine Vertragsmenge umgewandelt.

Monatliche Abrechnung

Die Segmentierung wird jeden Monat ausgewiesen und bildet die effektiv verkauften Mengen je Segment ab. Wohlgemerkt, die Lobag Milch AG hält an ihrem Geschäftsmodell fest, ihren Produzenten keine C-Milch abzurechnen. Ausbezahlt wird ausschliesslich ein A- und ein B-Preis. Sie wird allmonatlich festlegen, welchen Anteil der Basismenge sie als A-Milch vermarkten kann. Der Rest inklusive Überlieferung der Vertragsmenge wird sie als B-Milch abrechnen. 

Wachstumsorientiert

«Wollen wir konkurrenzfähig am Markt auftreten, müssen wir von den Jahreslieferrechten absehen», erklärt Geschäftsführer Donat Schneider. Einerseits könne so den wachstumsorientierten Betrieben eine Perspektive geboten werden, ohne die anderen zu schwächen. Schneider rechnet zudem vor, dass ein Milchproduktionsbetrieb mit normaler saisonaler Schwenkung kaum Milchpreiseinbussen hinnehmen müsse. Dies, da der saisonale A-Preis wegfalle, der B-Preis näher an den A-Preis geführt wird und Überlieferungsabgaben entfallen. Auch den Bergbauern will er ein faires System bieten: «Für Sömmerungs- und für saisonale Abkalbebetriebe werden wir eine spezielle Regelung anbieten, damit sie keine Vertragsmenge verlieren», erklärt er.

Dass seine Organisation die Vertragsmengen nicht auf der alten Kontingentsmenge berechnet, hat seinen Grund. «Wir wollen die grossen Produzenten, die unsere Transportkosten tief halten, nicht verlieren», sagt Schneider. Zudem haben diese ihre Vertragsmenge über die tieferen B-Preise auch «bezahlt». Er weist auch darauf hin, dass seine Vermarktungsorganisation mit solchen in Konkurrenz stehe, bei welchen die ehemaligen Kontingente schon lange keine Rolle mehr spielten. Die Milchvermarktungs-AG sieht gute Perspektiven für ihre Milchproduzenten. Einer ihrer wichtigsten Abnehmer ist Nestlé. Dieser will am Standort Konolfingen wachsen, am liebsten mit der Lobag Milch AG.

Neuer Name kommt

Dazu hat sie am 25. Februar eine Generalversammlung angesetzt. So müssen die Delegierten den neuen Namen genehmigen. Die neue AG soll nicht mehr mit dem Berner Bauernverband Lobag in Verbindung gebracht werden. Deshalb wird die Milch AG umgetauft. Zwar wurden den Mitgliedern an den regionalen Informationsveranstaltungen der neue Namen kundgetan.  Da dieser aber noch nicht in die ganze Schweiz getragen werden soll, wird er an dieser Stelle nicht erwähnt.

Die Ämter trennen

Die Aktionärsversammlung muss auch neue Verwaltungsräte wählen. Präsident Christian von Känel und Ruedi Bigler sind noch gewählt und stehen nach wie vor zur Verfügung. Neu sollen Urs Jenni, Ins, Hansueli Jungen, Wimmis, Res Flückiger, Lützelflüh, und Heribert Rudaz, Schmitten, im Verwaltungsrat Einsitz nehmen. Dabei sollen die Milch AG und die PO Lobag entflochten werden. Einzig Christian von Känel nimmt noch als gewöhnliches Mitglied Einsitz im Vorstand der PO.

PO für alle offen

Knapp einen Monat nach der GV der Lobag Milch AG hält die  PO Lobag ihre Versammlung ab. Auch dort wird es um eine Neuausrichtung gehen. Da sich die Milch AG ganz von ihrer PO abgekoppelt hat, sollen die Türen der PO künftig auch offen für Produzenten sein, welche nicht der Lobag Milch AG  liefern. Egal, wem ihre Mitglieder Milch liefern,  die PO Lobag will alle Interessen der Milchproduzenten in ihrem Einzugsgebiet vertreten. Und da Christian von Känel nicht gleichzeitig Präsident der PO und der Milch AG sein will, wird am 22.März auch ein neuer PO-Präsident gewählt. Zur Wahl  stellt sich Andreas Müller aus Golpisberg.

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