BDM beklagt Konzentration am Milchmarkt

Die anhaltende Konzentration am Milchmarkt hat der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) beklagt. Es brauche ein Umdenken über die Marktbedingungen bäuerlicher Betrieben.

Die anhaltende Konzentration am Milchmarkt hat der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) beklagt. Es brauche ein Umdenken über die Marktbedingungen bäuerlicher Betrieben.

Mit Blick auf Nordrhein-Westfalen berichtete der Verband vergangene Woche in einer Mitteilung, dass dort neuen Erhebungen der Landwirtschaftskammer zufolge 426 Milchbauern die Produktion 2011 hätten einstellen müssen; insgesamt hätten fast 1 000 Höfe die Rinderhaltung im Land aufgegeben. Übrig geblieben seien 8084 Milchviehbetriebe mit einem Bestand von durchschnittlich knapp 50 Milchkühen.

Die Zahlen belegten nicht nur eine Verkleinerung des Marktes um 5,1 %, sie zeigten auch die Auswirkung der Konzentration am Milchmarkt, die zahlreiche Bauern dazu dränge, ihren Betrieb entweder aufzugeben oder immer größere Betriebe aufzubauen.

BDM-Vorsitzender Romuald  Schaber  warnte, die derzeitigen Marktbedingungen für Milcherzeuger würden über kurz oder lang zum Aussterben bäuerlicher Betriebe führen. Dies schwäche die Wirtschaftskraft in den ländlichen Räumen, koste hunderte Arbeitsplätze im vor- und nachgelagerten Bereich und führe zum Verlust von Kulturlandschaften. Gefordert sei ein Umdenken in der Agrarpolitik. Die Rahmenbedingungen am Milchmarkt müssten so geändert werden, dass auch bäuerliche Betriebe in Zukunft eine Überlebenschance besäßen, betonte Schaber. Er plädiert dabei für ein Modell der flexiblen Mengenanpassung.

In der aktuellen Finanzkrise sieht der BDM-Vorsitzenden einen Beleg dafür, dass unregulierte Märkte zwangsläufig zu wiederkehrenden Krisen und extremen Preisschwankungen führen. Dies gelte auch für den Milchmarkt. „Ohne klare Regeln für den Milchmarkt wird sich die Situation der Milcherzeuger in Nordrhein-Westfalen und ganz Europa immer weiter verschlechtern. Am Ende wird sich dies auch auf den Verbraucher negativ auswirken, der zu Recht fordert, dass regional und ohne Gentechnik produziert wird“, sagte Schaber.

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