BOM fehlt Geld für Abräumung

Im neuen Jahr steigt die Milchproduktion weiter. Doch der Absatz in wertschöpfungs- starke Kanäle fehlt. Der Butterberg steigt deshalb wieder. Die Branchen- organisation Milch (BOM) hat nicht genug Geld, um ihn abzuräumen.

Samuel Krähenbühl |

Im neuen Jahr steigt die Milchproduktion weiter. Doch der Absatz in wertschöpfungs- starke Kanäle fehlt. Der Butterberg steigt deshalb wieder. Die Branchen- organisation Milch (BOM) hat nicht genug Geld, um ihn abzuräumen.

In den ersten zwei Monaten des Jahres stieg die kumulierte Milchproduktion gegenüber 2011 um +4,6% oder 25413 t. Die Butterproduktion stieg gemäss Treuhandstelle Milch gar um 16,4 %. Die Branchenorganisation Butter meldete  diese Woche einen Butterlagerbestand von 5742 t. Das ist zwar 3000t weniger als im Vorjahr (8780 t), aber doch viel mehr als die 3888t in der Vergleichswoche des Jahres 2008, als die Kontingentierung noch einigermassen griff. Beunruhigend ist, dass der Butterberg innert zwei Wochen um 1253 t anstieg.

Keine Abgabe auf Mehrmengen

Theoretisch sollte der Fonds Marktentlastung der BOM verhindern, dass der Butterberg wieder zu einem Problem wird. Der Fonds wird mit einer Abgabe von 1 Rp. pro Kilo Milch pro Jahr gespiesen, wodurch rund 34 Mio. Franken zusammenkommen. Eigentlich hätten es mit der Abgabe von 4Rp. pro Kilo  auf Mehrmengen  noch 8 Mio.  mehr sein sollen. Doch die BOM verzichtet auf diese Abgabe auf Mehrmengen.

Albert Rösti, Direktor der Schweizer Milchproduzenten, ist besorgt über die momentane Situation: «Mal abgesehen davon, dass durch den Verzicht auf die Abgabe auf den Mehrmengen die Mengenlenkung vollständig wegfällt, fehlen die 8Mio. auch für die Marktabräumung.» Er erwarte, dass heuer rund 10000 t Butter abgeräumt werden müssten. Bei einem Preisausgleich von Fr. 4.– pro Kilo Milchfett brauche es mindestens 40 Mio. «Die 34 Mio. reichen also nicht», folgert Rösti.

Geld reicht nicht

Doch sogar 40 Mio. dürften knapp werden: Die BOM gleicht nicht den vollen Betrag, sondern 70% aus. Gemäss Angaben  auf der BOM-Homepage  betrug die Preisdifferenz zur EU im April  Fr. 6.22 pro Kilo Milchfett, wovon die BOM also 70% oder Fr.4.51 ausgleicht.

Die BOM bezahle nach wie vor im Rahmen der Zweckbestimmung des Fonds die Beiträge zur Marktentlastung, sagt BOM-Geschäftsführer Daniel Gerber. «Wenn sich die Mengenprognosen bewahrheiten, welche  verschiedene Marktakteure machen, kann man allerdings davon ausgehen, dass die Fondsmittel knapp werden könnten», räumt er ein. Der Fonds werde deshalb relativ rasch diskutiert werden. Dies allerdings nicht nur wegen der fehlenden Mittel: «Der aktuelle Fonds hat die Allgemeinverbindlichkeit des Bundes nur bis im April 2013.»

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