Der Krisengipfel der «Gruppe Zwingli» mit der Migros am Mittwoch im Bundeshaus hat noch keine konkreten Resultate gebracht. Man will sich aber in zwei Wochen wieder treffen. Derweil machen die Verbände jetzt auch Dampf.
«Der Ball ist bei der Migros», sagt Res Aebi im Nachgang der Sitzung der «Gruppe Zwingli». Es sei vorgesehen, dass es in der dritten Sessionswoche erneut zu einem Treffen mit der Migros kommen werde (Anm: Diese Woche war die erste der Junisession). Er werde Parlamentarier aller Parteien für das erneute Treffen mit der Migros aufbieten. Und er gehe davon aus, dass sich die Migros dem Gespräch erneut stellen werde. «Alles andere wäre gegen Treu und Glaube», betont Aebi.
Migros bleibt dialogbereit
Und was sagt die Migros? «Das relativ kurzfristig anberaumte Gespräch war sehr fair und informativ und hat seinen Zweck somit erfüllt. Dass die Migros im Vergleich zu andern Milchabnehmern überdurchschnittlich hohe Preise bezahlt, ist nicht bestritten worden», betont Migros-Sprecher Luzi Weber. Ergreift die Migros aufgrund des Treffens irgendwelche Massnahmen? «Die Migros ist weiterhin dialogbereit und wird auch weiterhin ihre Verantwortung zur Stärkung aller Stufen der Wertschöpfungskette Milch wahrnehmen» so Weber.
Das Gespräch kam aufgrund eines Boykottaufrufs gegen die Migros zu Stande, weil diese in der Branchenorganisation Milch (BOM) gegen eine Richtpreiserhöhung gestimmt hatte. Dies brachte eine Gruppe um den bekannten Braunviehzüchter Emil Zwingli aus Wattwil SG auf den Plan. Diese hatte bereits im letzten August einen Boykottaufruf per SMS gegen Preisabschläge für Schlachtkühe bei gleichzeitigem Import von Kuhhälften durchgeführt. Damals standen vier Nationalräte sowie bekannte Viehzüchter hinter dem Aufruf. Nun macht erneut ein SMS mit einem Boykottaufruf – dieses Mal gegen die Migros – die Runde. Doch offenbar ging der Schuss zu früh und ohne Rücksprache mit allen Unterzeichnern ab. Die Nationalräte Andreas Aebi (SVP, BE), Erich von Siebenthal (SVP, BE) sowie Toni Brunner (SVP, SG) distanzieren sich vom Aufruf, luden aber zum Gespräch mit der Migros.
Ultimatum von SBV und SMP
Unter dem Titel «Milch – so geht es nicht weiter!» lädt der Schweizer Bauernverband (SBV) am Dienstag in Bern zu einer Pressekonferenz. Trotz rückläufiger Milchproduktion und deutlich höheren Preisen auf den internationalen Märkten steige der Produzentenpreis in der Schweiz nicht. «Der SBV, die Schweizer Milchproduzenten und die Junglandwirte können dem Geschehen nicht länger zusehen und fordern auf den 1. Juli ultimativ Massnahmen», heisst es.