«Bund will Milchbauern nicht unterstützen»

blu |

Die Kommission Käsereimilch der Schweizer Milchproduzenten (SMP) sieht den Grenzschutz für Milch in Gefahr. Dies deshalb, weil einerseits die Verkäsungszulage gesenkt werden soll und die andererseits die Oberzolldirektion das Milchimportgesuch bewilligt hat. 

Am 9. März hat die Kommission Käsereimilch eine Sitzung abgehalten. Und sie zeigt sich sehr besorgt ab den jüngsten Entwicklungen am Milchmarkt.

«Sowohl beim Vorschlag zur Senkung der Verkäsungszulage wie auch beim Entscheid der Oberzolldirektion zum Veredelungsverkehrsgesuch ist für die Milchproduzenten der Grenzschutz in Gefahr. Dieser darf unter keinen Umständen angetastet werden», warnt die Kommission.

Genügend Mittel für Verkäsungsmilch bereitstellen

Die Kommission weist darauf hin, dass die Verkäsungszulage als Kompensation für den abgebauten Grenzschutz bei der gelben (Freihandel mit der EU) eingeführt wurde. Die Käsereimilch sei eine wichtige Stütze für den gesamten Milchmarkt. Im Agrarpakt 2021 schlägt der Bund vor, die Verkäsungszulage um einen Rappen auf 14 Rp/kg zu senken. Stattdessen soll die Zulage für Verkehrsmilch von 4,5 auf 5 Rappen pro Kilogramm steigen.

Für die Kommission Käsereimilch ist dies keine Option. Eine solche Umlagerung führt aus ihrer Sicht zu Preisdruck. «Dies, weil verkäste und nicht verkäste Molkereimilch mehrheitlich gemeinsam und mit denselben Preisen pro Abnehmer eingekauft wird», schreibt die Kommission in ihrer Mitteilung. Die Kommission appelliert an das Parlament und den Bundesrat, für diese wichtige Stützungssäule der Schweizer Milchwirtschaft dringend genügend Mittel bereitzustellen.

Der Bund helfe nicht mit, dass die Milchbauern bessere Preise realisieren könnten, kritisiert die Kommission.
Reto Blunier

Fehlende Transparenz in Kritik

Sehr verärgert zeigt sich die Kommission über die Zustimmung der Oberzolldirektion zum Milchimportgesuch. «Obwohl die SMP, andere Organisationen sowie Parlamentarier im Vorfeld des Entscheides der Oberzolldirektion deutlich darauf hingewiesen haben, dass ein solcher Entscheid ein gefährliches Präjudiz wäre, wurde das Gesuch für Veredelungsverkehr für die Käseherstellung für den Export bewilligt», schreibt die Kommission.

Und sie übt heftige Kritik an den Behörden: «Es ist enttäuschend, dass der Bund nicht gewillt ist, die Milchproduzenten bei der dringend notwendigen Realisierung von besseren Milchpreisen zu unterstützen.» Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb bei solchen Gesuchen keine Transparenz vorhanden sei. «Wie soll sich die betroffene Branche bei zukünftigen Anträgen verhalten, wenn keine Inhalte zu den Entscheiden bekannt werden», fragt sich die Kommission.

Kommentare (11)

Sortieren nach: Likes | Datum
  • Bürgler | 12.03.2021
    Das sehe ich nicht so.Solange einer für seine Arbeit nichtmehr dir Hilfe des Bundes , Also alen schon mehr Bezalender,Kunden. Auch noch sonder/schuzzöle,udgm.seit einmal So Gross/und stark wie Ihr immer sagt.
    Subventionen solten Unterstützung sein.Kein Grundrecht.Also Wenn ihr euch nicht an eine Freiemarktwirtschafft an passen könnt ohne zugrunde zu gehen. Sory anpassen oder verschwinden. Schweizer Bauern haben die Wahl. F.e.Bürgler.ch
    • Gesunder Menschenverstand | 12.03.2021
      Was haben Sie für ein Beruf?
    • Jurapuur | 12.03.2021
      die Landwirtschaft ist so abhängig gemacht worden von den Unterstützung wie drögeler von der Spritze, und man verlangt immer mehr und macht uns immer mehr zu den Sklaven von Bürogummis ....
      Das problem ist das es in andere Länder nicht besser ist, das problem muss man lösen indem man mit den Direktzahlungen aufhört
      • Gesunder Menschenverstand | 14.03.2021
        Aber dann sind gerechte Preise für unsere Produkte ein muss.
        Grenzen müsden zu, sonst bleiben wir auf unserem teuren Produkten sitzen.
  • Heinrich R | 12.03.2021
    Ja, ja unser Bundesrat ist nicht mehr viel wert er schickt das Geld lieber ins Ausland als unsern bauern. Zum bespiel Asien.
    • Janine | 12.03.2021
      Wiä rächt sie händ ... es esch fäs zom Hüülä met denä z Bern obä ... abartig ... ????
  • Verbundene Scholle | 12.03.2021
    Unsere Errungenschaften werden auf der ganzen Linie zu nichte gemacht.
  • Arnold Franz | 12.03.2021
    Wenn die Bauern dem Bund die Schuld geben für den schlechten milchpreis dann geben Sie ihm eben auch die Macht.
    Diese Macht möchte ich selber haben.
    • Gesunder Menschenverstand | 12.03.2021
      Er ist nur insofern Schuld, dass wenn die Milch gesucht ist, die Grenzen für Butter und Milch göffnet werden, ohne dass der Milchpreis steigt.
  • Gesunder Menschenverstand | 11.03.2021
    Offensichtlich will der Bund, dass der Milchpreis tief bleibt.
    Ein trauriges Spiel wird da mit den Milchproduzenten gespielt!
    • Urs Wälchli | 11.03.2021
      Der Bund soll garantieren dass der Käsereimilchbauer den gleichen Stundenlohn erhält wie ein BLW Amgestellter!

Das Wetter heute in

Lesershop

Hier gehts zum Lesershop

Umfrage

Wie oft esst Ihr Fleisch?

26.4 % Mehrmals täglich
34.7 % Täglich
17.5 % Mehrmals in der Woche
3.5 % Einmal in der Woche
1 % Mindestens einmal im Monat
2.9 % Weniger als einmal im Monat
10.8 % ich esse kein Fleisch
3.2 % Sehr selten

Teilnehmer insgesamt 314

Zur aktuellen Umfrage

Bekanntschaften

Suchen Sie Kollegen und Kolleginnen für Freizeit und Hobbies? Oder eine Lebenspartnerin oder einen Lebenspartner?