Butter geht zum Dumpingpreis ins Ausland

Auf dem Schweizer Milchmarkt gibt es zu viel Butter. Von Januar bis Mai 2026 wurden darum bereits 3244 Tonnen exportiert – unter anderem nach China und Ägypten. Laut «Beobachter» zu einem mehr als dreimal tieferen Preis als im Schweizer Grosshandel.

clu |

Angesichts der grossen Milchmenge, die noch vor der aktuellen Trockenheit, Hitze und grassierendem Orthobunyavirus produziert wurde, erstaunt es zunächst nicht, dass heuer deutlich mehr Butter exportiert wurde als in den Vorjahren.

900 Tonnen Schweizer Butter nach China

Noch in der «Monatlichen Marktlage zu Milch und Milchprodukten in der Schweiz» vom Juni 2026 hiess es: «Die Milchmenge steigt weiter an.» Futtermenge und -qualität hätten zu höheren Gehalten in der Milch geführt. Im April lag die Verkehrsmilchmenge 6308 Tonnen beziehungsweise 2,0 Prozent über dem Vorjahreswert.

Die Folgen zeigen sich auch bei den Butterexporten. Von Januar bis Mai 2026 wurden bereits 3244 Tonnen Butter ins Ausland verkauft. Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum 2024 wurde keine Butter exportiert, 2025 waren es lediglich 707 Tonnen.

Wie der «Beobachter» recherchierte, gingen fast 900 Tonnen Schweizer Butter nach China. In Form von gefrorenen 25-Kilo-Blöcken wurden zudem jeweils mehr als 100 Tonnen nach Ägypten, Marokko, in die Niederlande, den Libanon, nach Saudi-Arabien, Spanien und Frankreich verkauft. Eine kleinere Menge ging in den Oman. Diese Zahlen bezog der «Beobachter» aus den Exportstatistiken für die Periode Januar bis Mai.

Exporte bringen Millionenverluste

Für die Schweizer Butterindustrie sind diese Exporte alles andere als lukrativ. Wie der «Beobachter» schreibt, musste die überschüssige Butter zu einem Durchschnittspreis von 3.66 Franken pro Kilogramm verkauft werden.

Zum Vergleich: Der Grosshandelspreis für Schweizer Industriebutter liegt gemäss Bundesamt für Landwirtschaft bei rund 12 Franken pro Kilogramm. Der Exportpreis beträgt damit weniger als einen Drittel des Schweizer Grosshandelspreises.

Für die Butterindustrie bedeutet dies laut dem «Beobachter» Mindereinnahmen von rund 27 Millionen Franken.

Bauern verzichten auf Zusatzeinnahmen

Auch für die Milchproduzenten hat die Situation Folgen. «Butterexporte sind keine Wunschlösung, sondern dienen dazu, die Milchüberschüsse abzubauen», schreibt die Sprecherin der Schweizer Milchproduzenten gegenüber dem Konsumentenmagazin. Langfristig sei entscheidend, Produktion, Verarbeitungskapazitäten und Absatzmöglichkeiten besser aufeinander abzustimmen, damit Überschüsse möglichst vermieden werden könnten. Die Milchbauern erhielten für einen Teil der Überschussmilch einen tieferen Milchpreis.

Kommentare (9)

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  • Preisig | 16.08.2026

    Die Steuerzahler werden der Milchwirtschaft die Verluste wieder ausgleichen. Dafür zahlen wir für die Butter ein viel zu hohen Preis. Aber die Bauernlobby exportiert lieber billigst in Ausland, als den Steuerzahler in der Schweiz von einem günstigeren Butterpreis profitieren zu lassen.


    Typisch Bauerlobby, der dumme Steuerzahler richtet es ja schon.

    • Vijay dewan | 16.08.2026
      In indien wir haben knees gute butter dass kommt von bafflow .wAnn oesterreisch oder schweitzeignen vertrib baut butter und milde kasei gross state geht es weg wie thousands tonneau frage der zeit ganze indien wird butter aus oesterreisch. Indien und oesterreisch hat freier abdomen nur vertieb baden hilft
  • Max Frisch | 16.08.2026
    Das zeigt einmal mehr wie krank das System ist, nur weil sich die Bauern an ein marktregulierendes Prinzip halten wollen, das von Angebot und Nachfrage und dem daraus folgenden Preis. Die Bevölkerung zahlt dafpr mit überhöhten Preisen und nach wie vor gigantischen Subventionen (nein, der Begriff benennt es korrekt, lassen wir den Euphemismus Direktzahlungen) und dafür wird das Ausland belohnt mit tiefen Preisen, welche eigentlich due Schweizer bezahlen und die Bauern haben weiterhin keinen Anreiz das untaugliche System zu ändern. Was für eine groteske Situation.
  • Steinbacher | 16.08.2026

    Und in 3 Monaten wieder teuer importieren

  • Stungi | 16.08.2026

    Denke das wurde von den milchbauern aus dem vermarktungsabzug finanziert?die milch muss ja 4.2 prozent fett haben sonst gibts auch schon wieder abzug,an der trinkmilch wird dann mindestens 0.7 prozent herausgenommen somit mehr gestohlenes fett auf dem markt.hoffen wir das wenn wegen der trockenheit wieder milchprodukte importiert werden,die importierte milch die vermarktungskasse füllen??wäre doch fair?nicht nur immer einheimische produkte verramschen,und dann wieder importieren ohne vermarktungskasse füllen,ist unfair

  • Fuchs | 16.08.2026
    Warum werden die Butter Preise nicht gesenkt, es würden bestimmt mehr Schweizer Butter kaufen. Aber das Volk ist immer der Dumme.
  • Daniela Nef | 16.08.2026
    Man müsste ja nicht so viel Fett wegnehmen von der Milch,dann göbe es auch weniger Butter. Aber jetzt könnte sich die Situation ändern,da viele Kühe an die Metzg glsuben müssen,da es viel zu wenig Futter gegeben hat. Aber dann darf es keine Milchimporte geben,sonst strwiken wir und blockieren Autobahnen,das ist uns wurscht. Emdlich mal mit dem Milchpreis hinauf,wäre angebracht. Wir warten darauf!! Es kann einfach nicht sein,alles andere wird viel teurer,nur die Milch bleibt immer noch unten. Der Trwibstoff ist auch teurer,wegen Rheinschifffahrt,die bald nicht mehr möglich ist. Die Bauern müssen teure Futtermittel kaufen,das geht einfach nicht mehr auf. Ihr wollt ja noch etwas auf euren Tellern,oder?
  • Fredy Schmid | 16.08.2026
    Guten Tag ich habe eine Schlosserei. Wer kauft mir z.b. Geländer ab die niemand braucht. Unsere selbstständigen unter bezahlten subventionierten Bauern, sollten lernen auf eigenen Beinen zustehen.
    Wie lange können wir uns das noch leisten?
    Alle für wenige oder geschützte Werkstatt .
    Rosige Zukunft. Alles gute
  • Kilian | 16.08.2026
    Es liegt am import!
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