An der neuseeländischen Handelsplattform GlobalDairyTrade waren die Notierungen der gehandelten Molkereiprodukte beim Event von Dienstag zum Teil erneut rückläufig, aber nicht mehr so deutlich wie vor zwei Wochen.
Der GDT-Gesamtindex, in dem eine Bandbreite von verschiedenen Milchprodukten und Kontrakt-Zeiträumen zusammengefasst ist, sank um 1,2%, bei der vorigen Auktion waren es -2,9%. Analysten führen das Minus vor allem auf die Verunsicherung der Märkte durch die Ausbreitung des Coronavirus zurück, sprechen aber von einem relativ moderaten Rüc kgang. Der GDT-Index gilt als wichtiger Indikator für die Entwicklung am internationalen Milchmarkt.
Butter im Plus, Milchpulver im Minus
Die Notierungen tendierten beim Event nicht einheitlich: Während der Index für wasserfreies Milchfett (Butteröl) um 1,7% auf 4'302 USD/t (4'112 Fr.) sank, kam es bei Butter zu einem Anstieg um 1% auf 4'131 USD/t (3'948 Fr.). Dem gegenüber wurde Buttermilchpulver mit durchschnittlich 2'718 USD/t (2'598 Fr.) niedriger bewertet (-4,8%). Die mittlere Notierung für Cheddar-Käse gab um 4,7% auf 4'285 USD/t (4'096 Fr.) nach.
Positiv entwickelten sich dagegen die Preise für Laktose mit 871 USD/t (833 Fr.) (+5,7%) sowie für Kasein mit 9'891 USD/t (9'454 Fr.) (+0,5%). Bei Magermilchpulver sank der Index um 3,2% auf 2'747 USD/t (2'626 Fr.). Die Notierung für Vollmilchpulver - das Leitprodukt dieser Auktion - verringerte sich nur geringfügig (-0,5%) auf 2'952 USD/t (2'822 Fr.).
In Summe wurden beim jüngsten GDT-Event Molkereiprodukte im Umfang von 25'576 t verkauft, damit fiel die Menge gegenüber der vorhergehenden Auktion spürbar geringer aus (28'181 t). Gleichzeitig stieg die Zahl der teilnehmenden Bieter von 175 auf 184.
Coronavirus zeigte geringe Auswirkungen
Der erneute Rückgang des GDT-Index wird von den Analysten vor allem auf die Ausbreitung des Coronavirus in China und anderen Ländern zurückgeführt. Die Volksrepublik ist immerhin der weltweit größte Importeur von Milchprodukten und der wichtigste Käufer von Vollmilchpulver bei der GDT-Auktion. Allerdings hatten einige Marktbeobachter mit einem größeren Minus gerechnet, wie ein Agrarexperte der Bank of New Zealand anmerkt.
Robert Gibson von der neuseeländischen Börse NZX weist darauf hin, dass die Käufer aus dem nordasiatischen Raum diesmal zurückhaltender agierten. Interessant sei, dass bei Magermilchpulver die Kurse für den April-Kontrakt um 14% sanken, während für längerfristige Lieferungen das Minus nur zwischen 2,2% und 3,3% lag.
Ökonomen der neuseeländischen ASB Bank merken an, dass die geringere Zahl an Neuinfektionen in China zu einer gewissen Stabilisierung der Preise auf einem niedrigeren Niveau geführt habe. Die weitere Entwicklung am Milchmarkt werde auch von der Ausbreitung des Coronavirus in anderen Ländern und von der Wiederherstellung der Logistikketten im Transportwesen (verfügbare Container usw.) abhängen.