
Die SMP wollen sich für Verbesserungen am Markt und bei den agrarpolitischen Rahmenbedingungen einsetzen.
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Die Lage für die Milchbauern wird immer schwieriger. Seit Monaten sind sie mit tiefen Produzentenpreisen konfrontiert. Die seit Wochen andauernde Trockenheit wirkt sich auf die Futterversorgung aus. Die Milchbauern müssen teilweise bereits das Winterfutter an ihre Tiere verfüttern. Und nun verschlechtert sich auch noch die Gesundheit der Kühe. Landwirte berichten von einem Milchrückgang von 20 bis 30 Prozent.
«Keine Perspektive»
Die Schweizer Milchproduzenten (SMP) warnen: «Das Einkommen ist klar ungenügend und bietet den Milchproduktionsbetrieben keine ausreichende langfristige Perspektive.» Trotz einer zunehmenden Professionalisierung bleibe der Stundenlohn der Milchproduzentinnen und Milchproduzenten ungenügend. Die SMP beziehen sich auf die Vollkostenrechnungen für verschiedene landwirtschaftliche Erzeugnisse von Agroscope.
Der durchschnittliche Stundenverdienst der untersuchten ÖLN-Milchviehbetriebe lag im Jahr 2024 bei 13,37 Franken. Der Vergleichslohn im Talgebiet betrug 42,00 Franken pro Arbeitsstunde. «Diese grosse Differenz ist besorgniserregend», hält der Dachverband der Schweizer Milchproduzenten fest. Seit 2024 haben die Milchpreise deutlich nachgegeben, die Produktionskosten sind jedoch gestiegen. «Die Einkommenssituation dürfte sich weiter verschärft haben», folgern die SMP.
Kosten der Produzenten berücksichtigen
Weiter zeigen die Auswertungen von Agroscope, dass rund 23 Prozent der Markterlöse über den Viehverkauf erzielt werden. Rund 21 Prozent des Gesamterlöses der untersuchten Betriebe stammen aus Direktzahlungen. «Umso wichtiger ist es, auch diese Erlöse auf einem tragfähigen Niveau zu halten», heisst es in der Mitteilung weiter.
Die SMP wollen sich deshalb für Verbesserungen am Markt und bei den agrarpolitischen Rahmenbedingungen einsetzen, um den Produzenten ein «angemessenes Einkommen zu ermöglichen». Beim Milchmarkt will der Verband den Fokus auf die Milchmengen legen. Diese sollen besser auf die Verarbeitungskapazitäten und Absatzmöglichkeiten abgestimmt werden. Weiter soll die Planungssicherheit der Produzenten durch vertragliche Rahmenbedingungen erhöht werden.
«Ziel müssen Milchpreise sein, die die Leistungen und Kosten der Produzentinnen und Produzenten berücksichtigen», stellen die SMP klar. Höhere Anforderungen an die Produktion seien nur möglich, wenn sie über den Markt oder durch Direktzahlungen abgegolten würden.
«Produzentenpreis nicht tragbar»
Der Verband hat auch Forderungen an die Politik. Die SMP erwarten Rahmenbedingungen, die der Milchproduktion wieder eine stärkere wirtschaftliche Perspektive bieten. Dazu brauche es finanzielle Mittel. Weiter fordern die SMP wegen des starken Frankens eine Weiterentwicklung des Grenzschutzes. «Dazu gehört aus Sicht der SMP eine Anpassung der Verkäsungszulage», heisst es weiter.
«Eine wirtschaftlich tragfähige Milchproduktion liegt im gemeinsamen Interesse der Produzentinnen und Produzenten, der Verarbeitung, des Handels und der Politik», halten die SMP fest. «Tausende Milchproduzentinnen und Milchproduzenten erhalten weiterhin einen gravierend tiefen Netto-Auszahlungspreis. Dieser ist angesichts der heutigen Produktionskosten und der steigenden Futterpreise nicht tragbar», sagte SMP-Mediensprecherin Anja Scherz gegenüber «Schweizer Bauer».