Emmi soll Abzüge einstellen

Bei den MPM ist man sich einig: Die Politik muss bei der Milch handeln. Die konkrete Botschaft geht aber an den Verarbeiter.

Raphael Bühlmann |

Bei den MPM ist man sich einig: Die Politik muss bei der Milch handeln. Die konkrete Botschaft geht aber an den Verarbeiter.

«Die Betriebe laufen auf dem Zahnfleisch.» Dieses Fazit zog Andreas Hitz am Dienstag vor den Delegierten der Genossenschaft Milchproduzenten Mittelland (MPM). In der Krone in Lenzburg machte der Präsident gleich klar, wen er angesichts des niedrigen Molkereimilchpreises in der Verantwortung sieht: «Was läuft da falsch, wenn immer mehr von Existenzängsten, zwischenmenschlichen Problemen und Familiendramen auf den Milchbetrieben zu vernehmen ist? Eine Frage, die sich in erster Linie die National- und Ständeräte zu stellen haben.»

Extensiv ist nicht effizient

Auch erinnerte Hitz daran, dass mit dem Schicksal der Produzenten eine ganze Branche verknüpft sei. «Wenn Importe heimische Produkte verdrängen, gehen nicht nur Mengen, sondern auch Arbeitsstellen verloren», mahnte Hitz. Die aktuelle Agrarpolitik behindere ausserdem Investitionen und damit die nötige Effizienzsteigerung.

«Wie soll man Kosten senken, wenn pro Betrieb immer mehr extensiviert, dafür weniger produziert wird?», bringt Hitz den Widerspruch auf den Punkt. Viele Fragen müssten mit der Politik, aber auch mit dem Handel angegangen werden. Für MPM weit erfreulicher seien die branchenfremden Geschäfte. Die Vermietung der Liegenschaft Suhrportal in Suhr laufe gut, die entsprechende Rückvergütung könne erhöht werden.

Keine C-Milch ab Mai

Gleich im Anschluss folgte die Versammlung des Vereins Produzenten-Milchverwerter-Organisation (PMO) Emmi-Mittelland-Molkerei-Lieferanten (Mimo). Geschäftsführer Marco Genoni zeigte dabei auf, dass man 2016 rund 145 Mio. Kilo Milch vermarktet habe. 1,5% weniger als im Vorjahr. Dabei bemerkenswert scheint, dass, obwohl die Tageseinlieferungen im Januar und Februar noch deutlich unter Vorjahr waren, diese im März mit einem Plus von 2,4% wieder angezogen haben.

Noch deutlicher ist der Anstieg bei Bio mit einer Zunahme von 5,8% im Monat März. Trotz der zusätzlichen Menge wird man bei der Mimo ab Mai keine C-Milch mehr abrechnen. Bisher waren bei der PMO 15% der Menge über dieses Segment vermarktet worden.

Kein Zusammenhang zwischen Gewinn und Preis

In Lenzburg viel zu reden gab ein Antrag des Milchproduzentenvereins Furttal/Limmattal. Dieser verlangt, dass Emmi aufgefordert wird, die Marktabzüge rückwirkend auf den 1. April einzustellen. Diese seien angesichts des erneut gestiegenen Gewinns der grössten Schweizer Molkerei nicht mehr gerechtfertigt.

Manuel Hauser, Leiter Einkauf Emmi, relativierte den Zusammenhang: «Zwischen dem Gewinn und dem Schweizer Milchpreis besteht kein direkter Zusammenhang.» Dieser sei vielmehr dank des Auslandsgeschäfts zustande gekommen. Auch das Argument, dass sich Emmi immer mehr in fremde Märkte «absetze», liess er nicht gelten. «Mit 80 Mio. Fr. jährlich investieren wir den grössten Teil in der Schweiz.» Dennoch, der Antrag Furttal/Limmattal wurde deutlich mit 71 zu 11 Stimmen angenommen.

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