
Die Milchviehbetriebe in Frankreich werden immer grösser.
Samuel Krähenbühl
In Frankreich verlieren die Milchvieh- und die Mutterkuhhaltung immer weiter an Bedeutung. Wie aktuelle Zahlen des Statistischen Dienstes beim Pariser Landwirtschaftsministerium (Agreste) zeigen, ist der Gesamtbestand der Betriebe mit mindestens zehn Tieren innerhalb von zehn Jahren um rund 14,7% geschrumpft. 2015 umfasste diese Herde noch rund 7,5 Millionen Kühe, im Jahr 2025 waren es nur noch 6,4 Millionen.
Laut den Statistikern wurde der Bestand in diesem Zeitraum durchschnittlich um 1,6% pro Jahr abgebaut. 2025 wurden nach den Zahlen des Statistischen Dienstes etwa 3,3 Millionen Milch- und 3,1 Millionen Mutterkühe gehalten.
Wechsel auf Mutterkühe
Zurückgefahren worden ist in Frankreich vor allem die Milchproduktion. Der Milchviehbestand wurde im Berichtszeitraum um 15,9% verkleinert, während die Mutterkuhherde nur um 13,4% schrumpfte. Von den 2015 in diesem Betriebszweig aktiven Landwirten hatten zehn Jahre später 37,5% die Mutterkuhhaltung aufgegeben. Bei den Milchviehhaltern belief sich diese Quote auf 27,7%. Allerdings scheint die Mutterkuhhaltung weiterhin gewisse Perspektiven zu bieten.
Dass die Milchviehherde trotz einer geringeren «Ausstiegsquote» stärker geschrumpft ist, erklären die Statistiker mit Unterschieden in der Herdengrösse sowie dem vergleichsweise hohen Anteil an Landwirten, die in die Mutterkuhhaltung eingestiegen sind. Konkret haben im Berichtszeitraum 6488 Betriebe von der Milchvieh- zur Mutterkuhhaltung gewechselt, zugleich wurden 7641 neue Mutterkuhherden aufgebaut. Bewegung in die Gegenrichtung war Agreste zufolge sehr viel seltener: Von den 2025 bestehenden Milchviehbetrieben waren 95,0% zehn Jahre zuvor auch schon in diesem Geschäft tätig.
Immer grössere Herden
Wie schnell der Strukturwandel fortschreitet, zeigen auch die Betriebsstatistiken: Laut Agreste ging die Zahl der Kuhhalter mit mindestens zehn Tieren im Betrachtungszeitraum um 28,0% auf 100’500 zurück. Bei den Milchviehhaltern belief sich das Minus auf 34,8%, bei den Mutterkuhhaltern auf 19,3%. Die Herden wurden zugleich vergrössert, und zwar bei den Milchbauern um 29,0% auf durchschnittlich 80,7 Kühe und bei den Mutterkuhhaltern um 7,4% auf durchschnittlich 52,4 Kühe.
In der gesamten Europäischen Union wurden 2025 nach Angaben der gemeinschaftlichen Statistikbehörde Eurostat rund 71,58 Millionen Rinder gehalten. Spitzenreiter war Frankreich mit einer Herde von 16,24 Millionen Tieren, vor Deutschland mit 10,42 Millionen Rindern.