Der Migros Genossenschafts- bund findet es offenbar gut, dass die Schweizer Milch- produzenten (SMP) aus der Branchen- organisation Milch (BOM) ausgetreten sind. Die Forderung der SMP nach drei Vorstandssitzen findet die Migros unverständlich.
Der Austritt der SMP sei zwar einerseits bedauerlich, da nun die grösste Organisation der Milchproduzenten nicht mehr mitwirke, heisst es im neuesten Migros Infomail. «Andererseits haben die letzten Monate gezeigt, dass die BO Milch ohne SMP viel besser funktioniert. Lösungen konnten einfacher gefunden werden, da die fundamentale Opposition der SMP wegfiel», heisst es weiter. Denn die Forderung der SMP nach drei fix zugeteilten Vorstandssitzen sei unverständlich. Es sei im übrigen damit zu rechnen, dass nach den SMP noch weitere Produzentenorganisationen aus der BOM austräten.
Ein weiterer Streitpunkt sei das Inkasso der Beiträge für den Marktentlastungsfonds auf den ausgedehnten Milchmengen. Damit sind die Milchmengen gemeint, die bei der Aufhebung der Kontingentierung zusätzlich an diejenigen Produzenten zugeteilt wurden, die wachsen wollten und konnten. «Gerade diese Produzenten, die sich an den Forderun-gen der Politik nach mehr Unternehmertum in der Milchwirtschaft orientiert hatten, wurden nachher an den Pranger gestellt und für die Probleme im Milchmarkt verantwortlich gemacht», kritisiert die Migros.