Milchkrise: Bauernorganisationen verlangen Massnahmen 

Mehrere landwirtschaftliche Organisationen schlagen angesichts der anhaltenden Milchkrise Alarm. Sie fordern nun konkrete Schritte zur Milchmengenregulation und mehr Transparenz. Die Schweizer Milchproduzentenorganisation (SMP)

mgt/ats |

Vertreterinnen und Vertreter von Uniterre, Big-M, dem Bäuerlichen Zentrum Schweiz, dem Berner Bäuerlichen Komitee sowie der Révolte agricole suisse romande fordern konkrete Schritte zur Regulierung der Milchproduktion und mehr Transparenz bei Milchimporten.

Die Organisationen trafen sich am 19. Mai in Schönbühl, um über die aktuelle Situation auf dem Milchmarkt zu beraten. Sie sprechen von einer strukturellen Krise, die auf eine unzureichende Marktsteuerung zurückzuführen sei.

Besonders betroffen seien die Milchproduzentinnen und Milchproduzenten. Laut den Organisationen ist der Milchpreis teilweise um bis zu 20 Rappen pro Liter gesunken. Beim grössten Schweizer Milchkäufer «mooh» liege der durchschnittliche Auszahlungspreis derzeit bei rund 50 Rappen pro Liter. Viele Betriebe sähen unter diesen Bedingungen keine Zukunft mehr in der Milchproduktion.

Forderung nach Mengenregulierung

Die beteiligten Organisationen richten ihre erste Forderung an die Schwizer Milchproduzenten (SMP). Diese solle sich aktiv mit der Steuerung der Milchmengen befassen und möglichst rasch konkrete Vorschläge präsentieren.

Nach Ansicht der Organisationen fehlt seit der Abschaffung der Milchkontingentierung im Jahr 2009 ein wirksames Instrument, um die Produktion an die Nachfrage anzupassen. Die aktuelle Krise zeige deutlich, dass eine Regulierung notwendig sei.

Eine bessere Abstimmung von Angebot und Nachfrage könnte laut den Verbänden helfen, Überproduktion, Billigexporte und die Verwertung überschüssiger Milch in Biogasanlagen zu reduzieren. Gleichzeitig könne dadurch der Druck auf die Produzentenpreise gemindert werden.

Mehr Transparenz bei Milchimporten gefordert

Die zweite Forderung richtet sich an die Eidgenössische Zollverwaltung. Kritisiert wird insbesondere die Entwicklung beim sogenannten Veredelungsverkehr, bei dem Milchprodukte importiert und nach Verarbeitung wieder exportiert werden.

Die Organisationen bemängeln, dass entsprechende Import- und Exportzahlen bisher nicht öffentlich zugänglich seien. Sie verlangen deshalb, dass die Zollbehörden die Mengen künftig monatlich erfassen und veröffentlichen.

Die beteiligten Organisationen erwarten von der SMP bis Ende Juni eine öffentliche Antwort auf ihre Forderungen, heisst es in der Mitteilung. Zudem verlangen sie ab Herbst 2026 eine transparente Darstellung der Import- und Exportzahlen im Bereich Milchprodukte durch die Zollverwaltung.

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