Milchmarkt: SMP fordert «konkrete Taten»

Die Schweizer Milchproduzenten (SMP) fordern in einem dringenden Appell alle Marktpartner auf, rasch konkrete Schritte zur Stabilisierung des Milchmarkts einzuleiten. Konkret nennen sie sechs Bereiche, in denen ein Engagement erforderlich ist.

pd/ome |

An der Vorstandssitzung am Freitag haben die Schweizer Milchproduzenten (SMP) eine Standortbestimmung zur Bewältigung der kurzfristig angespannten Marktlage vorgenommen. Mit einem Appell richten sie sich an alle Branchenpartner. «Alle Marktakteure sind gefordert, ihren Beitrag zur raschen Entspannung der Situation zu leisten», heisst es in einer Mitteilung.

Die SMP setze in den kommenden Wochen und Monaten unverändert und mit höchster Priorität auf koordinierte und wirksame Massnahmen entlang der bestehenden Handlungsachsen. «Jetzt braucht es überall konkrete Taten», so der Dachverband der Schweizer Milchbauern weiter.

Engagement in zentralen Bereichen

Um die Situation am Milchmarkt so schnell wie möglich ins Gleichgewicht zu bringen und das inländische Marktpotenzial voll auszuschöpfen, engagiere sich die SMP mit Nachdruck in folgenden zentralen Bereichen:

  • Die SMP unterstützt die Umsetzung der in der BO Milch beschlossenen Exportmassnahmen zur Entlastung des Markts – darunter 2’000 Tonnen Rahm und 3’530 Tonnen Butter.
  • Die SMP fordert von allen Erstmilchkäufern, dass sie mindestens ihren proportionalen Anteil an der Export-Abräumung leisten. Insgesamt gehe es dabei um 126 Millionen Kilogramm Reguliermilch, wobei die bereits im Frühjahr getätigte Exporte darin berücksichtigt sind.
  • Um die Marktstabilität sicherzustellen, koordiniert die SMP gemeinsam mit den Branchenpartnern, dass ausreichende Kapazitäten für die Regulierung der Milchbereitgestellt werden.
  • Die SMP verlangt eine sofortige Freiwilligkeit von C-Milch, damit alternative Verwertungswege ermöglicht und gezielte Nicht-Einlieferungen als Beitrag zur Marktentlastung gefördert werden.
  • Die SMP erwartet von den Erstmilchkäufern, dass sie die Preisanreize zur Nicht-Produktion von C-Milch unverzüglich und transparent kommunizieren. Aktuell geht die SMP von einem C-Milchpreis von 25–30 Rappen aus.
  • Die SMP sieht wesentliches Potenzial darin, den Swissness-Anteil in den Discounter-Verkaufsregalen bei Milch und Milchprodukten zu erhöhen.

«Die SMP ruft alle Beteiligten dazu auf, diese Massnahmen aktiv zu unterstützen und ohne Verzögerung umzusetzen», heisst es in der Mitteilung. Nur durch ein gemeinsames, entschlossenes Vorgehen könne die «Bremsspur» kurz gehalten, die Marktstabilität zeitnah wiederhergestellt und nachhaltig gesichert werden, mahnen die SMP.

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