Milch: Minus 2,5 Rappen bei der Cremo

Die Freiburger Molkerei Cremo senkt den Milchpreis für ihre Direktlieferanten ab dem 1. November bis Ende Jahr um 2,5 Rappen pro Kilogramm. Zudem begrenzt sie die Überlieferung der Vertragsmenge für 2026 und beteiligt Produzenten mit hohen Überlieferungen an den Exportkosten.

Der Richtpreis für A-Molkereimilch bleibt bis Ende Jahr konstant. Boris Beuret, der Präsident der Schweizer Milchproduzenten (SMP), legt derzeit Folien mit steigenden internationalen Preisen auf. Aber die Freiburger Molkerei Cremo senkt den Preis ab dem 1. November bis Ende Jahr um 2,5 Rappen pro Kilogramm. Das hat Ernst Arn, der Milcheinkäufer der Cremo, den Direktlieferanten gerade noch rechtzeitig am Freitag, 30. Oktober, mitgeteilt.

Eine Unterscheidung zwischen A- und B-Milch gemäss Segmentierungsreglement der Branchenorganisation Milch (BOM) scheint dabei nicht vorgenommen zu werden. Die Cremo reagierte nicht auf eine entsprechende Anfrage. Der Ausschuss der Direktlieferanten habe dem Vorschlag der Cremo zugestimmt, heisst es. Eingangs steht im Schreiben, einige Milchkäufer hätten die Produzentenpreise für November und Dezember bereits deutlich gesenkt. Am Ende des Schreibens werden als Gründe «die aktuellen Herausforderungen auf dem Milchmarkt, die hohen Milchmengen sowie aussergewöhnlich hohe Lagerbestände» genannt.

Diese Faktoren würden aber eher nach C-Milch rufen als nach einer Senkung des A-Preises. Überschrieben ist der Absatz allerdings mit «Unterstützung des Transformationsprozesses bei Cremo». Wahrscheinlich ist der firmeninterne Transformationsprozess gemeint, den der Verwaltungsrat angesichts der finanziellen Engpässe eingeläutet hat. Es heisst im Schreiben auch, die Liquidität sei belastet.

Die Cremo wird für die Vertragsmenge 2026 eine Überlieferung von nur bis zu 5 % akzeptieren. Die Produzenten, welche ihre Vertragsmenge deutlich überschritten haben, sollen an den Exportkosten beteiligt werden. Die Menge über 105 % wird darum als C-Milch abgerechnet – bis zu einem maximalen Anteil von 20 % C-Milch. Die Abrechnung erfolgt mit dem DezemberMilchgeld im Januar. 

Kommentare (3)

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  • Ketzer | 05.11.2026
    Zum Glück wurde der Milchpreis Anfang Oktober um 4rp erhöht, somit haben die Bauern schlussendlich doch mehr. Ja ja...
  • Petsch | 05.11.2026
    Weniger Futter durch Trockenheit, enorm gestiegene Futterpreise, viele Kühe auf dem Schlachtviehmarkt und Trotzdem sind die Einlieferungen immer noch höher als nach dem Top Futter Jahr 2025, finde den fehler?
    Natürlich ist es eine Sauerei wenn der Handel 800 t Rahm Importiert, Käse ect.
    Aber die Milchbauern haben es halt immer noch nicht gelernt. Die 4 Rappen Erhöhung ende Sommer hat wohl gereicht das viele sich entschieden haben lieber teures Futter Kaufen und weiterhin für ein Schundpreis Milch abliefern.
    • Auch Petsch | 06.11.2026
      Einige scheinen aber auch noch nicht begriffen zu haben dass ein Richtpreis ein Richtpreis ist und rein gar nichts mit dem ausbezahlten Preis zu tun hat. Viele Branchen haben einen Richtpreis. Schreiner, Metallbauer usw. Rechnen diese mit dem Richtpreis bleiben die Aufträge meistens aus.
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