Milchpreis ist noch immer zu tief

Die Branchenorganisation Milch (BOM) wollte den Richtpreis per 1. Oktober nicht erhöhen. Dafür sollen die effektiven Auszahlungspreise dem Richtpreis angenähert werden. Doch eine Differenz wird bleiben.

Samuel Krähenbühl |

Die Branchenorganisation Milch (BOM) wollte den Richtpreis per 1. Oktober nicht erhöhen. Dafür sollen die effektiven Auszahlungspreise dem Richtpreis angenähert werden. Doch eine Differenz wird bleiben.

Seit Juni liegt der BOM-Richtpreis für A-Milch franko Rampe bei 69 Rp./kg Milch.  Von einer Erhöhung per 1. Oktober wollte der BOM-Vorstand nichts wissen. Eine Erhöhung wurde von einer unheiligen Allianz der Käser mit Migros und Coop verhindert. «Wir sind bereit, einen Preisaufschlag bei den Milchprodukten durchzuführen, wenn die entsprechenden Indikatoren vorliegen, die eine Preiserhöhung rechtfertigen. Diese lagen zum Zeitpunkt der BOM-Sitzung nicht vor», sagt Coop-Sprecher Urs Meier.

Bei der Migros tönt es ähnlich. «Die Migros steht zu den von der BOM definierten Richtpreisen. Der Richtpreis wird nicht durch Migros oder Coop,  sondern durch den BOM-Vorstand entschieden», sagt Migros-Sprecher Urs Peter Naef.

Milchpreis international im Höhenflug

Dabei sind die Milchpreise international im Höhenflug. So liegt der wichtige Kieler Rohstoffwert Milch auf einem Rekordniveau von 45,6 Cent/kg Milch oder umgerechnet 57 Rp./kg. Die effektiv ausbezahlten Milchpreise liegen zwar etwas tiefer, betragen aber  etwa in Deutschland bis  zu 41 Cent oder umgerechnet 52 Rp./kg.

Einige Schweizer Bauern erhalten hingegen Milchpreise, welche kaum über dem deutschen Preisniveau liegen. Das zeigt das neuste Monitoring der Schweizer Milchproduzenten, welches die ausbezahlten Juli-Milchpreise analysiert. Die tiefsten Preise bezahlten demnach Swiss Premium mit 56,7, Laiteries Réunies Genève mit 58,4 und Miba mit 59,6 Rp./kg. Im Schnitt über alle Bauern wurde für Industrie-Milch 64,52 Rp./kg ausbezahlt. Dabei sollte eigentlich die Verkäsungszulage auch bei Industriemilch für einen Milchpreisunterschied von mindestens 15Rp./kg zur EU sorgen.  

Nur ZMP gehen sofort rauf

Trotz der  Ziellücke zwischen Richtpreis und ausbezahlten Milchpreisen haben erst die Zentralschweizer Milchproduzenten eine Erhöhung um 2 Rp./kg per 1. Oktober angekündigt. Die Aaremilch verspricht eine Erhöhung per 1. November. Bei der Miba hingegen wird der Preis momentan nicht erhöht, und auch bei der Nordostmilch steigt er nicht.

«Dieses Jahr erhöhen wir den Milchpreis nicht mehr», sagt Geschäftsführer René Schwager. Mit 67 Rp./kg ohne Abzüge fürs Schoggigesetz sei die Nordostmilch gut unterwegs, fügt er an. Über eine allfällige Milchpreiserhöhung per 1.Januar werde der Verwaltungsrat nach dem Entscheid der BOM über den Richtpreis für das 1. Quartal 2014 entscheiden.

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