Mooh fordert faire Lastenverteilung

Auf dem Milchmarkt ist seit Monaten besonders die grösste Schweizer Milchhandelsorganisation Mooh mit Herausforderungen konfrontiert. Sie erwartet von anderen Branchenakteuren Unterstützung.

Sie musste die letzten Monate sehr hohe C-Mengen liefern, die von den Verarbeitern erst bezahlt werden, wenn die Butter exportiert ist. «Das gibt beim Zahlungseingang rund fünf Monate Verzögerung und bindet grosse Liquidität», sagt Mooh-Präsident Martin Hübscher.

Auch die eigenen Käseexporte von jährlich mindestens 3000 Tonnen würden Liquidität binden. So betreibt Mooh die Käserei Laubbach in Waldkirch SG ‒ eine der grössten Emmentalerkäsereien in der Schweiz. Zur aktuellen Milchmengensituation sagt Hübscher: «Die Einlieferungen steigen zwar saisonal leicht an, jedoch deutlich langsamer als in anderen Jahren.» Im Februar sei die Menge noch rund 3 Prozent über dem Vorjahr gelegen. «Wir liegen bei den Einlieferungen wieder auf Niveau 2024», so Hübscher. Trotzdem spüre die Mooh noch keine Entlastung im Markt, da die Verarbeitungskapazitäten weiterhin begrenzt seien und der Absatz schleppend verlaufe.

«Mooh hat in dieser Situation bewusst früh Verantwortung übernommen und bereits frühzeitig grosse Mengen C-Milch vermarktet, um zur raschen Marktbereinigung beizutragen. Wir sind enttäuscht, dass andere Vermarktungsorganisationen diese nicht so konsequent oder überhaupt nicht umsetzten», sagt Hübscher. Weil die Umsetzung der Marktentlastungsmassnahmen sehr unterschiedlich verteilt sei, erwarte die Mooh in der Sache von der Branche Unterstützung bzw. ein Engagement für eine faire Lastenverteilung. 

Kommentare (8)

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  • ueli | 27.03.2026
    Profiteure davon sind die Verarbeiter und Produzenten die sich nicht an den Überschüssen beteiligen

    wo sind die Funktionäre?
    Fromarte sollte verantwortung auch wahr nehmen
  • Kurt | 26.03.2026
    Den Milchhandelsfirmen ist es egal wie hoch der Milchpreis ist. Bei Tiefem Milchpreis verdienen sie Viel - bei Hohem Milchpreis noch mehr.
  • Petsch | 26.03.2026
    Was viele vergessen Mooh, ZMP und Arnold sind für viele Milchproduzenten die einzige Alternative, denn die anderen ach so guten Direkt-Milchkäufer wie Cremo, Emmi, Züger sind allesamt Rosinen Picker und beschränken sich auf Gebiete die unmittelbar an der Autobahn liegen. Wenn jemand vom derart Tiefen Milchpreis profitiert sind es diese Verarbeiter
  • Milchbauer | 26.03.2026
    Wie sagt man so schön: Der Krug geht zum Brunnen bis er bricht.
    Jahrelang ist dieser Krug überlaufen, wurde immer wieder notdürftig geklebt und man hat den Hals nicht voll genug bekommen. Dafür fährt man immer noch weit abgelegene Einzelbetriebe an, die auf der Tour des Mitbewerbers liegen würden. Wer so wirtschaftet muss nicht jammern und vor allem sich nicht wundern, wenn es abwärts geht. Verdienter Freifall, mehr kann man dazu nicht sagen. Leid tun einem nur die Bauern, die den Schwätzern auf den Leim gegangen sind, aber die meisten beten die ja noch immer an und werden es erst merken, wenn es laut knallt.
  • Daniela Nef | 26.03.2026
    Komisch,vor ein paar Jahren wollten Arnold,Mooh und co.alles nehmen und es hatte sicher soviel Milch auf dem Markt wie dieses Saison..aber da das BLW gegen uns A arbeitet und zu viele Importe rein lässt um den Milchpreis zu drücken damit Mooh Arnold und co günstige Milch haben,aber uns Bauern im Stich lässt,so etwas geht nicht. Himmeltraurig ist es. Die Bauern,die gebaut haben und der Bank Kredite retour bezahlen sollten und es gibt immer weniger statt gleichbiel oder mehr. Und gewisse Leute schreien nach immer mehr Tierwohl. Wie soll das gehen? Migros ist ja da auch ein Beispiel mit Optigal. Jetzt wird irgendwie wieder zurückbuchstabiert. Was wollt ihr denn noch??!! Wir können nicht immer i vestieren und dann zieht ihr den Schwanz ein!!!
    • realist | 26.03.2026
      Also für die Investitionen ist in erster Linie jeder Landwirt selber verantwortlich. Man will ja ein eigenständiger Unternehmer sein, niemand verbietet den Landwirten die Milch zu besseren Preisen zu verkaufen. Wenn ich die neuen Ställe anschaue, sind auch vielfach keine kostengünstige Lösungen gefragt.... hauptsache neu, komme was wolle...

      Das keine Milch importiert werden sollte, da bin ich mit dir einig. Ob dies umsetzbar ist weiss ich jedoch nicht (Verträge/Abkommen mit anderen Ländern etc...)

      Das der Milchpreis zu tief ist da müssen wir auch nicht diskutieren, es ist eine Schande. Aber diese Tatsachen sind jedem seit Jahren bekannt und die Investitionen ein eigener Entscheid.
  • Ketzer | 26.03.2026
    Die MOOH hat recht.
    Wir sollten alle für ihre Unfähigkeit büssen!
  • emil | 25.03.2026
    Habe schon früher Käserei Waldbach angeprangert aber niemand hatte Gehör. MOOH hat die Grosskäserei vor Jahren zu teuer gekauft und jahrelang aus C-Milch Emmentaler auf den Markt geworfen . Martin Hübscher u. Schwager etc. verarschen die Milchproduzenten am Laufmeter . C-Milch muss freiwillig werden sonst kommt die Milchwirtschaft nie aus der Krise.
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