Mooh: «Wertschöpfung wird unnötig vernichtet»

Die Milchhandelsorganisation hat ein schwieriges Jahr 2025 hinter sich. Hohe Milcheinlieferungen und Preisdruck führten zu strategischen Anpassungen. An der Generalversammlung wurde eine Resolution verabschiedet. Diese soll den Markt stabilisieren.

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Mooh-Präsident Martin Hübscher wies auf die aussergewöhnliche Marktsituation im Jahr 2025 hin: «Sehr hohe Milchmengen trafen auf eine sinkende Nachfrage bei Hauptkunden. Zudem brachen die Preise weltweit ein. Gleichzeitig führten Übermengen in der EU und begrenzte Verarbeitungskapazitäten zu zusätzlichem Druck.»

Mooh verkaufte deshalb nach eigenen Angaben bereits im vergangenen Herbst im Rahmen der Branchenbeschlüsse umfangreiche C-Milchmengen für den Export, um den Markt zu entlasten. Das hat finanzielle Auswirkungen. Trotz eines höheren Nettoerlöses von insgesamt 458 Mio. Franken resultierte ein Jahresverlust von 626'000 Franken. Insgesamt handelte die Genossenschaft im vergangenen Jahr 573 Mio. Kilo Milch.

Aufbau eigener Verarbeitungskapazitäten

Die schwierige Lage am Milchmarkt zwang Mooh dazu, ihre Strategie anzupassen. Damit soll die Wertschöpfung ihrer Mitglieder langfristig gesichert werden, schreibt die Handelsorganisation in einer Mitteilung. «Die Anpassungen sollen dazu führen, dass die Produzenten wieder einen fairen Anteil an der geschützten Milchmenge im Schweizer Markt erhalten», heisst es weiter.

Mooh passte die Strategie in vier Punkten an:

• Sicherung von verlässlichen Absatzkanälen im In- und Ausland

• Aufbau eigener Verarbeitungskapazitäten, insbesondere für saisonale Milchspitzen

• Stärkung des Absatzes in der Schweiz neben den eigenen Exportaktivitäten

• Weiterhin Bekenntnis zur nachhaltigen graslandbasierten Milchproduktion

Unzufrieden sind Mooh und ihre Mitglieder mit der Branche. Die Solidarität aller Branchenteilnehmer bei der Marktentlastung fehle weitgehend. «Branchenbeschlüsse der Branchenorganisation Milch (BOM) und der Schweizer Milchproduzenten (SMP) zur Verteilung der C-Mengen wurden bisher nicht umgesetzt, und die Produzenten von Mooh tragen die Kosten der Marktentlastung massiv überproportional», lautete die Kritik.

Direktlieferanten geschont

Deshalb haben die Delegierten mit klarer Mehrheit eine Resolution für eine faire Lastenverteilung an die SMP und die BOM verabschiedet. Dort heisst es, dass Mooh von 2020 bis 2024 massgeblich dazu beigetragen habe, dass die Milchbauern in der Schweiz mit steigenden Milchpreisen von der guten Nachfrage profitieren konnten. 2025 jedoch hätten verschiedene Abnehmer aufgrund der Milchüberschüsse die Abnahmemenge von Mooh «massiv» gekürzt.

«Käsereien und Molkereien verschonen ihre Direktlieferanten von Mengenbeschränkungen und C-Milchmengen. Sie bestellen einfach weniger Milch von Produzentenorganisationen wie Mooh», heisst es in der Resolution. Damit werde die Position von Mooh als grösste Produzentenorganisation und damit die Position der Milchproduzenten generell nachhaltig geschwächt.

Produzenten unterbieten sich

Dies habe zur Folge, dass benachteiligte Produzenten und ihre Organisationen ihren Marktanteil am geschützten Schweizer Markt zurückerkämpfen müssten. Sprich: Anteile werden über den Preis «erkauft». «Die stabilisierende Wirkung der Entlastungsmassnahmen wird verwässert, und die Unterbietungen führen zu einem Preisverfall. Wertschöpfung wird so unnötig vernichtet», kritisiert Mooh.

Die Resolution enthält folgende Punkte:

  • Die Schweizer Milchproduzenten (SMP) müssen jetzt Verantwortung wahrnehmen und dafür sorgen, dass alle Milchproduzenten in gleichem Ausmass einen Beitrag zur Marktentlastung leisten.
  • Die Branchenorganisation Milch (BOM) hat für die Umsetzung der von ihr beschlossenen Massnahmen verbindliche Spielregeln zu definieren, wie die Marktentlastung von den einzelnen Mitgliedern umgesetzt und der minimale A-Milchanteil von 60 % garantiert werden kann.
  • Die BOM muss Transparenz schaffen, welche Organisation beschlossene Massnahmen zur Marktentlastung oder Mengenreduktion umsetzt, und Fehlbare entsprechend sanktionieren.

Kommentare (12)

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  • Reku | 10.04.2026
    Mooh ist eine Mafia. Die können wir nicht im Schweizer Milchmarkt brauchen.
  • Rhytaler | 10.04.2026
    schaut mal ins Landle, da gibt’s nur Verarbeiter die Milch kaufen oder die nach Deutschland an Verarbeiter liefern. Das wäre auch fur uns das idealste, somit kann sich jeder Produzent den Abnehmer selbst aussuchen!
  • Joller | 10.04.2026
    Die Big-m gehört endlich in die BOM.
    Das ist ebenso wichtig wie die Migros aufnahme.
    Das braucht endlich echte Reformen in der Milchbrange.Bis jetzt haben nur der Detalhandel und Verarbeter das Sagen und die Bauern bezahlen die Zeche.
  • Joller | 10.04.2026
    .Man soll entlich das problem an der wurzel packen. Erstens der sinnlose Käsefreihandel und Milchpullfer import eliminieren und die sinnlosen lieberalisierungsschritte die die Schweizer Milchproduzenten ruinierten.Zweitens der Einkausturismus der Mwst endlich unterstellen.Es geht eine ganze Milliarde Steuern verloren weil unsere Behörde nicht hinschaut.
  • Simon Gredig | 10.04.2026
    Kurze Frage. Warum zerfällt der Preis? Genau weil es zuviel auf dem Markt hat. Hier liegt der Hund begraben. Da können sie Resolutionen unterzeichnen soviele sie wollen, Solidarität in einem umkämpften Markt gibt es keine. Punkt und Schluss. Es muss nach Bedarf produziert werden und nicht auf Teufel komm raus. Aufgabe der Einkauf- und Vermarktungsorganisationen ist es den Bedarf am Markt genau abzuklären und zwar im Voraus. Anschliessend muss diese Menge konsequent gesteuert werden und zwar prozentual über die Produzenten. Milch die nicht benötigt wird, wird auch nicht angenommen. Es kann nicht sein dass man er einen grundsätzliche funktionierenden Markt kaputt produziert.
    • Marc | 10.04.2026
      Über das Jahr gerechnet sind bei mooh 3% mehr Milch eingeliefert worden als im Vorjahr. Dies zeigt die vorbildliche Einstellung der mooh als Genossenschaft mit den monatlichen Planmengen. Mooh hat in den letzten Jahren massiv dazu beigetragen, dass der Preis für die Bauern gestiegen ist. Für alle CH Produzenten. Um uns zu leeren was es heisst Marktanteile zuverlieren, haben die Verarbeiter gleichzeitig Kapazitäten abgebaut.
      Mooh hat beteits im September erkannt dass es schwierig werden wird.
      Einmal mehr versucht man nun die Bauern zu spalten. Es ist langfristig ganz sicher schlecht in einer Direktlieferanten Beziehung zu stehen. Dies kann Sinn machen bei Dorfkäsereien. Wer das nicht versteht, sollte sich den Vortrag von Prof Binswanger zu Gemüte führen. Marktmacht entsteht dann wenn Produzenten sich zusammen tun.
      Alles andere führt zu genseitiger Ausbotung.
  • küde | 10.04.2026
    Die jammernden Milchhandelsfirmen haben immer noch nicht begriffen, dass sie nur soviel Milch handeln sollten wie die Differenz zwischen Direktlieferanten und Gesamtverbrauch ist.
  • Bäuerin | 10.04.2026
    Statt die Fehler bei sich zu suchen,alles auf die Anderen abschieben, darin ist die mooh besonders gut. Es gibt Milchabnehmer, welche ihre Hausaufhaben längst gemacht und in guten Zeiten vorgesorgt haben, deshalb kann es nicht sein, dass die Milchproduzenten dieser Abnehmer zusätzlich ans Schlamassel der mooh zahlen.
    • Marc | 10.04.2026
      Welches Schlamassel der mooh. Mir scheint, sie kennen die Fakten nicht
    • Marc | 10.04.2026
      Finden Sie es super, wenn in einer Vorstanssitzung Beschlüsse gefasst werden, welche verbindlich sind, sich aber die Leute welche die Beschlüsse gefasst haben zu Hause nicht daran erinnern können? So nicht!

      Dafür zahlen wir BOM u. SMP Beiträge. Dann wünschen uns die verantwortlichen noch ein schlechtes Landwirtschaftsjahr? Ich glaube nicht das sie eine Bäuerinn sind, ansonsten sind sie wohl bei der verteilung gewisser Kompetenzen leer ausgegangen....
  • Bauer | 10.04.2026
    Ich glaube fast, mooh hat seine Konkurrenz bei der Belieferung der Nestle ebenfalls unterboten
    .
  • Wiggli | 10.04.2026
    Milchgeschäft =Korruption
    Die Bauern sind die die am meisten Verluste erleiden müssen.
    Wo bleibt deren Planungssicherheit?
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