
Die Mooh Genossenschaft ist mit rund 3600 Milchproduzentinnen und –produzenten eine führende Milchproduzentenorganisation in der Schweiz. Sie ist in 20 Kantonen in der West-, Nord- und Ostschweiz tätig. Insgesamt handelt Mooh pro Jahr rund 570 Millionen Kilo Milch.
Mooh
Mooh-Präsident Martin Hübscher wies auf die aussergewöhnliche Marktsituation im Jahr 2025 hin: «Sehr hohe Milchmengen trafen auf eine sinkende Nachfrage bei Hauptkunden. Zudem brachen die Preise weltweit ein. Gleichzeitig führten Übermengen in der EU und begrenzte Verarbeitungskapazitäten zu zusätzlichem Druck.»
Mooh verkaufte deshalb nach eigenen Angaben bereits im vergangenen Herbst im Rahmen der Branchenbeschlüsse umfangreiche C-Milchmengen für den Export, um den Markt zu entlasten. Das hat finanzielle Auswirkungen. Trotz eines höheren Nettoerlöses von insgesamt 458 Mio. Franken resultierte ein Jahresverlust von 626'000 Franken. Insgesamt handelte die Genossenschaft im vergangenen Jahr 573 Mio. Kilo Milch.
Aufbau eigener Verarbeitungskapazitäten
Die schwierige Lage am Milchmarkt zwang Mooh dazu, ihre Strategie anzupassen. Damit soll die Wertschöpfung ihrer Mitglieder langfristig gesichert werden, schreibt die Handelsorganisation in einer Mitteilung. «Die Anpassungen sollen dazu führen, dass die Produzenten wieder einen fairen Anteil an der geschützten Milchmenge im Schweizer Markt erhalten», heisst es weiter.
Mooh passte die Strategie in vier Punkten an:
• Sicherung von verlässlichen Absatzkanälen im In- und Ausland
• Aufbau eigener Verarbeitungskapazitäten, insbesondere für saisonale Milchspitzen
• Stärkung des Absatzes in der Schweiz neben den eigenen Exportaktivitäten
• Weiterhin Bekenntnis zur nachhaltigen graslandbasierten Milchproduktion
Unzufrieden sind Mooh und ihre Mitglieder mit der Branche. Die Solidarität aller Branchenteilnehmer bei der Marktentlastung fehle weitgehend. «Branchenbeschlüsse der Branchenorganisation Milch (BOM) und der Schweizer Milchproduzenten (SMP) zur Verteilung der C-Mengen wurden bisher nicht umgesetzt, und die Produzenten von Mooh tragen die Kosten der Marktentlastung massiv überproportional», lautete die Kritik.
Direktlieferanten geschont
Deshalb haben die Delegierten mit klarer Mehrheit eine Resolution für eine faire Lastenverteilung an die SMP und die BOM verabschiedet. Dort heisst es, dass Mooh von 2020 bis 2024 massgeblich dazu beigetragen habe, dass die Milchbauern in der Schweiz mit steigenden Milchpreisen von der guten Nachfrage profitieren konnten. 2025 jedoch hätten verschiedene Abnehmer aufgrund der Milchüberschüsse die Abnahmemenge von Mooh «massiv» gekürzt.
«Käsereien und Molkereien verschonen ihre Direktlieferanten von Mengenbeschränkungen und C-Milchmengen. Sie bestellen einfach weniger Milch von Produzentenorganisationen wie Mooh», heisst es in der Resolution. Damit werde die Position von Mooh als grösste Produzentenorganisation und damit die Position der Milchproduzenten generell nachhaltig geschwächt.
Produzenten unterbieten sich
Dies habe zur Folge, dass benachteiligte Produzenten und ihre Organisationen ihren Marktanteil am geschützten Schweizer Markt zurückerkämpfen müssten. Sprich: Anteile werden über den Preis «erkauft». «Die stabilisierende Wirkung der Entlastungsmassnahmen wird verwässert, und die Unterbietungen führen zu einem Preisverfall. Wertschöpfung wird so unnötig vernichtet», kritisiert Mooh.
Die Resolution enthält folgende Punkte:
- Die Schweizer Milchproduzenten (SMP) müssen jetzt Verantwortung wahrnehmen und dafür sorgen, dass alle Milchproduzenten in gleichem Ausmass einen Beitrag zur Marktentlastung leisten.
- Die Branchenorganisation Milch (BOM) hat für die Umsetzung der von ihr beschlossenen Massnahmen verbindliche Spielregeln zu definieren, wie die Marktentlastung von den einzelnen Mitgliedern umgesetzt und der minimale A-Milchanteil von 60 % garantiert werden kann.
- Die BOM muss Transparenz schaffen, welche Organisation beschlossene Massnahmen zur Marktentlastung oder Mengenreduktion umsetzt, und Fehlbare entsprechend sanktionieren.
Das ist ebenso wichtig wie die Migros aufnahme.
Das braucht endlich echte Reformen in der Milchbrange.Bis jetzt haben nur der Detalhandel und Verarbeter das Sagen und die Bauern bezahlen die Zeche.
Mooh hat beteits im September erkannt dass es schwierig werden wird.
Einmal mehr versucht man nun die Bauern zu spalten. Es ist langfristig ganz sicher schlecht in einer Direktlieferanten Beziehung zu stehen. Dies kann Sinn machen bei Dorfkäsereien. Wer das nicht versteht, sollte sich den Vortrag von Prof Binswanger zu Gemüte führen. Marktmacht entsteht dann wenn Produzenten sich zusammen tun.
Alles andere führt zu genseitiger Ausbotung.
Dafür zahlen wir BOM u. SMP Beiträge. Dann wünschen uns die verantwortlichen noch ein schlechtes Landwirtschaftsjahr? Ich glaube nicht das sie eine Bäuerinn sind, ansonsten sind sie wohl bei der verteilung gewisser Kompetenzen leer ausgegangen....
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Die Bauern sind die die am meisten Verluste erleiden müssen.
Wo bleibt deren Planungssicherheit?