So viel Frischmilch wurde importiert

Der Schweizer Milchmarkt und damit die Produzentenpreise sind unter Druck. Nationalrat Thomas Knutti (SVP/BE) wollte vom Bundesrat wissen, wie viel Frischmilch in die Schweiz eingeführt wird.

Die Schweizer Kühe geben mehr Milch als im Vorjahr. 2025 wurden 3,43 Milliarden Kilogramm Milch eingeliefert – 2,8 Prozent oder 94 Millionen Kilogramm mehr als 2024. Diese Menge muss gemäss der Branchenorganisation Milch (BOM) dem Reguliermarkt zugeführt werden. Diese Mengen werden zu Weltmarktpreisen exportiert. Für die Produzentinnen und Produzenten hat dies teils deutlich tiefere Milchpreise zur Folge.

Milchpulver und Butter werden eingeführt

Obwohl in der Schweiz genügend Milch vorhanden ist, wurden im vergangenen Jahr Milchprodukte importiert. Es handelte sich vor allem um Milchpulver. Dieses wird im Rahmen des aktiven Veredelungsverkehrs verarbeitet und anschliessend wieder exportiert. Gemäss Recherchen des «Schweizer Bauer» wurden allein im letzten Quartal 2025 sechs Gesuche für insgesamt 420’000 Kilo Magermilchpulver sowie 1’809’600 Kilo Vollmilchpulver eingereicht. Und kürzlich hat die Toblerone-Herstellerin Mondelez International ein Gesuch für den Import von 1000 Tonnen Butter gestellt.

Trotz Milchschwemme: Sie durften Milch und Milchpulver importieren

Mondelez will EU-Butter für die Toblerone

Nationalrat Thomas Knutti (SVP/BE) wollte vom Bundesrat in der Fragestunde in Erfahrung bringen, ob die hohen Milchimporte schuld am tiefen Milchpreis sind. Die inländische Produktion sei in den letzten 10 Jahren um bis zu 12 Prozent gesunken. Er wollte vom Bundesrat wissen, wie viel Frischmilch 2023, 2024 und 2025 über Freizonen in die Schweiz importiert wurde. Und Knutti wollte Auskunft darüber, wie viel Frischmilch 2023, 2024 und 2025 ausserhalb des Zollkontingents in die Schweiz importiert wurde.

Zwischen 1 und 3 Promille

Bundesrat Guy Parmelin nahm sich den Fragen an. «In der Schweiz belief sich in den Jahren 2023, 2024 und 2025 die Milchproduktion auf jeweils 3'306'321 Tonnen, 3'310'498 Tonnen und 3'401'433 Tonnen», führte der Agrarminister aus. Aus den Freizonen Haute-Savoie und Pays de Gex bei Genf wurden 20'869 Tonnen (2023), 22'163 Tonnen (2024) und 22'512 Tonnen Milch (2025) eingeführt.

Der Bundespräsident präsentierte auch die Importzahlen. In den Jahren 2023, 2024 und 2025 wurden 5'416 Tonnen, 11'331 Tonnen und 4'463 Tonnen Frischmilch ausserhalb des Zollkontingents in die Schweiz importiert. «Der Anteil dieser Importe ausserhalb des Zollkontingents im Verhältnis zur gesamten Schweizer Milchmenge – ohne die Milch aus den Freizonen – betrug somit in denselben Jahren 2 Promille, 3 Promille und 1 Promille», sagte Parmelin.

Die Freizonen, die auf das Jahr 1815 zurückgehen , sind eine Besonderheit des Kantons Genf. «Um die Lebensmittelversorgung zu sichern, verhandelte Genf mit Frankreich die Schaffung der Freizonen im Pays de Gex und in der Haute-Savoie», schreibt Laiteries Réunies de Genève auf ihrer Website . Landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Milch, Käse und Vieh können unter bestimmten Bedingungen zollfrei in die Schweiz eingeführt werden. Das Milchimportkontingent beläuft sich auf 23'357’080 kg pro Jahr.

Kommentare (5)

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  • Ketzer | 12.03.2026
    Agenda 2030.
    Alles läuft nach Plan.
  • verbundene Scholle | 12.03.2026
    Es ist schon so, die kleinen werden an die Wandgefahren. Dabei ernähren die Kleinbetriebe die Bevölkerung (80%). Die vielfalt schwindet. Bei den grossen heisst es noch lange nicht, dass sie besser rentieren. Die krampfen sich zu Tode und das soziale Familienleben schwindet und geht in die Brüche. Da ist auch die Gefahr grösser von Suiziden. Zudem ist die Belastung für die Nachkommen so gross, dass Sie ihr Lebenlang abzahlen und dann noch kein Ende in sicht ist. Schlussendlich fahren diese längere Distanzen, ist dies oekoligischer? und der Verkehr lässt grüssen. Arbeitskräfte zu finden wir auch zunehmend schwieriger oder gar unmöglich, denn der Landwirt gelernt hat, will einen eigenen Betrieb führen und nicht das Lebenlang angestellt sein, denn die Entlöhnung ist zudem besser in der Industrie.
  • Samuel Reichenbach-Wüthrich | 11.03.2026
    Ich schäme mich weil die Grossen Bauern die kleinen an die Wand fahren um noch größer zu werden und noch was, wer wollte eigentlich Hochleistungs Kühe die vor allem Milch gaben und ein (Knochengstel) ist ?
  • Michi | 10.03.2026
    Er ist ein Lügner wie alle andern im Bundeshaus !!! Die Schweizer Landwirtschaft wird an die Wand gefahren und das mit Absicht . Es ist eine Schande wie mit den Produzenten umgegangen wird ,mit Wertschätzung hatt das schon lange nichts mehr zu tun aber es ist ja wichtig das die Politiker und der Staat sich die Taschen fühlen können und dsmit werden die Konsumenten und Konsumentinen nur noch ver Arscht . Ich Schäme mich für unsere Politiker die unser Land zugrunde Wirtschafften . Leute schön Reden brint schon lange nicht mehr !!!e
  • Dänu | 10.03.2026
    Und wie viel wurde Exportiert??
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