An der internationalen Handelsplattform Global Dairy Trade (GDT) haben die Preise für Milchprodukte bei den vergangenen beiden Auktionen wegen der Unsicherheiten um das Coronavirus deutlich nachgegeben. Der dort sehr aktive neuseeländische Molkereikonzern Fonterra zeigte sich davon zunächst unbeeindruckt.
Fonterra hat am vergangenen Donnerstag seine Milchpreisprognose für die Saison 2019/20 bestätigt. Demnach soll der Produzentenpreis zwischen 7,00 NZ$ (4,20 Fr.) und 7,60 NZ$ (4,55 Fr.) für das Kilogramm Milchfeststoff liegen.
Risiken für zweite Hälfte
Auch die angestrebte Vergütung von Genossenschaftsanteilen bleibt mit einer Spanne von 15 NZCent (9 Rp.) bis 25 NZCent (15 Rp.) je Kilogramm Milchfeststoff unverändert. Fonterra-CEO Miles Hurrell erklärte, dass sich die Dynamik aus den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres im zweiten Quartal fortgesetzt habe und die Genossenschaft zuversichtlich an ihrem prognostizierten Milchpreis festhalte.
Allerdings bestünden für die zweite Hälfte des Geschäftsjahres „potentiell erhebliche Risiken durch das Coronavirus“, weshalb umsichtig vorgegangen werden müsse. Fonterra habe jedoch für das gesamte Geschäftsjahr 2019/20 schon einen hohen Prozentsatz der Produktion verkauft, was dabei helfe, die Auswirkungen des Coronavirus zu bewältigen. Hurrell berichtete, dass sich die Abfertigung von Containern in chinesischen Häfen verlangsamt habe.
Sinkende Milchproduktion
Der Export sei angepasst worden, um dort eine Überlastung zu vermeiden. „Derzeit werden unsere Produkte weiterhin von Zoll- und Quarantänebeamten abgefertigt“, betonte der Fonterra-CEO. Durch die Schliessung von Restaurants und Lebensmittelgeschäften sei im Bereich Foodservice allerdings ein schwächerer Absatz zu verzeichnen. Hurrell kündigte an, ein Update zu den Auswirkungen der Lungenkrankheit zu liefern, wenn die Halbjahreszahlen der Molkereigenossenschaft am 18. März bekanntgegeben würden.
Nach unten korrigieren musste das Unternehmen bereits jetzt die voraussichtliche Rohstoffverfügbarkeit in der Saison 2019/20. Zuletzt sei der Milcheingang aufgrund ungünstiger Witterungsbedingungen geringer gewesen als angenommen, berichtete Hurrell. Er geht davon aus, dass nicht - wie ursprünglich prognostiziert - 1,53 Mio. t verarbeitet werden können, sondern nur noch 1,515 Mio. t Milchfeststoff. Im Vergleich zur Saison 2018/19 mit 1,52 Mio, t wäre das ein geringfügiges Minus.