Im Oktober forderten die grossen POs eine Reform der Branchen- organisation Milch (BOM) bis Ende Jahr. Das Ultimatum verstreicht aber ohne Konsequenzen.
Ende September traten die Schweizer Milchproduzenten (SMP) aus der Branchenorganisation Milch (BOM) aus. Dies, nachdem die BOM eine Milchpreissenkung von 4 Rappen beschlossen hatte, welche gemäss SMP nicht gerechtfertigt gewesen wäre. Die SMP kritisierten auch die Zusammensetzung der BOM und die Tatsache, dass zwar immer wieder Entscheide gefällt, diese dann aber nicht umgesetzt würden.
BOM-Reform verlangt
Im Anschluss forderten auch die vier Produzentenorganisationen Zentralschweizer Milchproduzenten (ZMP), Lobag, Nordostmilch und Miba, dass die BOM reformiert werden müsse. Sie verlangten, dass gefällte Entscheide von allen Mitgliedern umgesetzt würden, jede Interessengruppe ihre Vertreter selber wählen könne, die Geschäftsführung gestärkt werde und der A-Richtpreis nicht unterschritten werden dürfe. «Sollten bis Ende Dezember diese Forderungen von der BOM nicht umgesetzt werden, treten die vier grössten POs geschlossen aus der BOM aus», hiess es in einer von der Lobag verschickten Mitteilung vom 27. Oktober.
Doch der grosse Reformeifer scheint verflogen und das Ultimatum vergessen zu sein. Zwar wurde die Reform der BOM an der DV vom 28. November 2011 bestenfalls angedacht. Griffige Massnahmen wurden keine beschlossen, sondern auf den Frühling vertagt. Und die im Oktober von den POs gestellten Forderungen sind nicht einmal im Ansatz erfüllt. So wird der A-Richtpreis nach wie vor nicht eingehalten. Mit der Änderung der Segmentierung und der Senkung des A-Milch-Anteils bei der Emmi ist der Milchpreis sogar noch stärker gesunken.
Kein Austritt geplant
ZMP, Nordostmilch, und Miba wollen trotzdem in der BOM bleiben. «Der Vorstand ZMP war sich einig, dass ein Austritt der ZMP aus der BOM zum jetzigen Zeitpunkt die Bestrebungen in der Branche und insbesondere auch die Bestrebungen der SMP torpedieren würde, eine funktionierende BOM zu erreichen», sagt etwa ZMP-Mediensprecherin Carola Aschwanden.
Auch die Nordostmilch wolle als Mitglied der BOM weiterhin aktiv in der Organisation mitarbeiten, so Geschäftsführer René Schwager. «Die Nordostmilch ist überzeugt, dass sich die BOM in die richtige Richtung bewegt und die eingeleiteten Reformen zielgerichtet sind, um die Effizienz und die Durchsetzungskraft der Organisation zu verbessern», fügt er an.
Lobag bleibt auch
Auch die Lobag entschied als letzte der grossen POs am Donnerstag, in der BOM zu bleiben. Die Vorstands- und Kommissionsmitglieder der PO Lobag hätten vom Stand der Reform innerhalb der BOM Kenntnis genommen, heisst es in einer Mitteilung. Dabei habe sich gezeigt, dass einige der im Oktober aufgestellten Forderungen erfüllt seien. Einige Punkte – wie beispielsweise die künftige Zusammensetzung der Produzentenseite – würden jedoch erst nach der DV der BOM anfangs Mai 2012 vorliegen. «Im Frühling 2012 werden die tatsächlichen Fortschritte bekannt sein und die Delegierten der PO LOBAG können den richtungsweisenden Entscheid fällen», heisst es weiter.