VMMO: Er will neuer Präsident werden

Bei den Vereinigten Milchbauern Mitte-Ost (VMMO) geht es Schlag auf Schlag. Anfang März gab Hanspeter Egli seinen Rücktritt als Präsident bekannt. Reto Schaufelberger soll sein Nachfolger werden.

Der 42-Jährige führt zusammen mit seiner Familie einen Milch- und Forstwirtschaftsbetrieb in Fischenthal ZH. Der Zürcher engagiert sich seit 2014 im Vorstand der Vereinigten Milchbauern Mitte-Ost (VMMO), unter anderem ist er Mitglied der Arbeitsgruppe Kommunikation. Schaufelberger ist seit 2022 auch Mitglied des Verwaltungsrats bei der Fenaco .

Nominiert als neuer Präsident wurde Schaufelberger vom VMMO-Vorstand. Entscheiden werden die Delegierten. Die Delegiertenversammlung wird am 10. April 2026 in Mörschwil SG stattfinden. Neben dem neuen Präsidenten werden auch der Vorstand, die Geschäftsprüfungskommission und die Revisionsstelle gewählt, heisst es in der Mitteilung der VMMO.

«Nicht verantwortlich für Rücktritt»

Reto Schaufelberger soll Nachfolger von Hanspeter Egli werden, der Anfang März per sofort von seinem Amt zurückgetreten ist. Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Nomination und dem Rücktritt? Auf die Frage, ob er für den Rücktritt verantwortlich sei, antwortete der Milchproduzent aus dem Zürcher Oberland: «Das gibt eine eindeutige Antwort: Nein. Mir ist wichtig, dies deutlich festzuhalten.»

Hanspeter Egli habe seinen Entscheid im Interesse der Organisation getroffen. Wann wurde Schaufelberger über eine mögliche Nomination kontaktiert? «Erst im Zusammenhang mit seinem Rücktritt wurde ich von Vorstandskollegen angefragt, ob ich mir eine Kandidatur vorstellen könnte», hält Schaufelberger fest.

Egli war 13 Jahre Präsident

Urs Werder, der erste Vizepräsident der VMMO, sagte am 5. März auf Anfrage von schweizerbauer.ch, dass sich abzeichne, dass ein «deutlich jüngerer» Milchbauer die Nachfolge von Egli antreten werde. Einen Namen nannte er nicht. Es gebe aber mehrere «potenzielle Kandidaten».

Hanspeter Egli gab am 5. März mit sofortiger Wirkung seinen Rücktritt als Präsident bekannt. Der Schwyzer war seit der Gründung der VMMO im Jahr 2006 Mitglied des Vorstands. Ab 2013 amtete er als Präsident. In seinem Rücktrittsschreiben an den Vorstand erklärte Egli, dass er seine Entscheidung nach sorgfältiger Abwägung im Interesse der Organisation getroffen habe. Bald würde die jüngere Generation übernehmen, hiess es in seinem Rücktrittsschreiben. «Es bringt nicht mehr viel, wenn ich noch dabei bin», hielt der 60-Jährige fest.

->  VMMO: Präsident tritt per sofort zurück

Differenzen

Der Rücktritt habe keinen Zusammenhang mit der schwierigen Situation auf dem Milchmarkt. «Das war nicht der ausschlaggebende Punkt», sagte Urs Werder zu schweizerbauer.ch. Egli ist auch Mitglied im Vorstand der Branchenorganisation Milch (BOM).  Gemäss «Bauernzeitung» waren Differenzen im Zusammenhang mit der zukünftigen Strategie bei den VMMO-eigenen Liegenschaften der Grund für den abrupten Abgang.

Der designierte Präsident freut sich, die Organisation präsidieren zu dürfen. Er sei Milchproduzent mit Herz und Seele und bereit, Verantwortung zu übernehmen. «Der Milchmarkt hat schon einfachere Zeiten erlebt. In solchen Situationen darf man sich nicht einfach verstecken.»

10 Liegenschaften und 150 Mietverhältnisse

Die Genossenschaft Vereinigte Milchbauern Mitte-Ost entstand 2006 durch den Zusammenschluss des Milchverbands Winterthur und dem Milchverband St. Gallen-Appenzell. Sie vertritt die Interessen von rund 3800 Mitgliedern und erbringt für diese Dienst- und Beratungsleistungen. Die Mitglieder der VMMO sind allesamt aktive Milchproduzenten aus elf Kantonen, die rund ein Viertel der schweizerischen Milchmenge produzieren. Im Verbandsgebiet der VMMO wurden im Jahr 2025 insgesamt 739’193 Tonnen Milch produziert, 3,8 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die VMMO-Mitgliedschaft ist kostenlos. «Wir finanzieren uns hauptsächlich aus Liegenschaftserträgen», heisst es auf der Website.  Dazu kommen Finanzerträge. Die VMMO besitzt zehn Liegenschaften an verschiedenen Standorten im Verbandsgebiet, die früher hauptsächlich als Molkereien, Käsereien und Milchsammelstellen genutzt wurden. So in Winterthur, Uster ZH, Elgg ZH, Zürich, Rorschach SG, Rebstein SG, Sevelen SG, Gossau SG, Wattwil SG und St. Moritz GR. Die Liegenschaften werden von der VMMO verwaltet. Die Organisation unterhält nach eigenen Angaben rund 150 Mietverhältnisse.

-> Den Geschäftsbericht 2025 gibt es hier

Kommentare (3)

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  • Chrigel | 15.03.2026
    Grundsätzlich hätte die VMMO andere Aufgaben als Liegenschaften zu verwalten, aber diese wurden die letzten 20 Jahre nicht wahrgenommen.
    Es ist ein Armutszeugnis, wenn man nicht fähig ist sich wirksam für die Milchbauern einzusetzen.
    Das Vermögen kommt von den Milchbauern und muss auch wieder zurück zu den Milchbauern.Diese Liegenschaften bringen den einzelnen Milchwirtschaftbetrieben gar nichts.Bisher war der Verwaltungsrat der VMMO auch nicht gewillt in diese Richtung zu arbeiten.Daher stimmt es mich auch nicht traurig, dass Hanspeter Egli das Schiff verlässt.Übrigens hat es auf hoher See noch mehr Platz, wenn noch jemand das führungslose Boot verlassen will.
    Wir brauchen Leute, die sich einsetzen für die Milchbauern.Auch in einem goldenen Käfig muss man sich bewegen .
    • Petsch | 15.03.2026

      Wann hat ein VMMO Mitglied das letzte mal ein Mitglieder Beitrag gezahlt? Seit mehreren Jahren erhalten die Mitglieder neben vielen Dienstleistungen Jährlich Vergütungen direkt auf das Konto, die Liegenschaften Finanzieren die ganze Arbeit der VMMO, welcher Verband kann das noch vorweisen? Wer schreibt die Verbände leisten nichts hat keine Ahnung, die Landwirtschaft wäre noch viel schlechter gestellt ohne

  • Besorgter Bauer | 15.03.2026
    Es ist eine Schande, was hier abgeht.
    Die Wahrheit wird noch ans Licht kommen. Die verantwortlichen Personen für diese fiese Aktion werden noch beim Namen genannt.
    Ich hoffe sehr, Hanspeter Egli wird seine Arbeit bei der SMP noch weiterführen.
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