Am Dienstag fand die letzte Auktion an der neuseeländischen Handelsplattform GlobalDairyTrade in diesem Jahr statt. Dabei wurden zum Teil deutlich rückläufige Notierungen verzeichnet, vor allem die Kurse für Milchpulver und Butter sind spürbar gesunken.
Der GDT-Gesamtindex, in dem eine Bandbreite von verschiedenen Milchprodukten und Kontrakt-Zeiträumen zusammengefasst ist, gab um 5,1% nach. Zuvor - von Mitte September bis Ende November 2019 - waren fünf Auktionen mit positivem Gesamtergebnis verzeichnet worden, danac h kam es Anfang Dezember erstmals wieder zu einem leichten Minus. Der Index gilt als wichtiger Indikator für die Preisentwicklung am Weltmilchmarkt.
Milchpulver gibt deutlich nach
Der Index für wasserfreies Milchfett (Butteröl) verringerte sich gegenüber der vorigen Auktion nur geringfügig (-0,3%) auf 4'866 USD/t (4'771 Fr.). Die mittlere Butternotierung gab um 2,4% auf 3'886 USD/t (3'810 Fr.) nach. Butter erreichte an der GlobalDairyTrade im April 2019 mit 5'544 USD (5'436 Fr.) den höchsten Wert des Jahres und gab dann bis Ende August kontinuierlich nach. Seither war die Notierung nur leicht rückläufig. Dem gegenüber verzeichnete Cheddar-Käse mit 3'869 USD/t (3'794 Fr.) einen Index-Anstieg von 1,7% und Laktose eine Zunahme um 0,6% auf 787 USD/t (771 Fr.).
Am stärksten nach unten tendierten bei der jüngsten Auktion die Kurse für Milchpulver: Bei Magermilchpulver sank der Index im Mittel um 6,3% auf 2'867 USD/t (2'810 Fr.). Die Notierung für Vollmilchpulver - das Leitprodukt dieser Auktion - verringerte sich um 6,7% auf 3'099 USD/t (3'039 Fr.).
In Summe wurden beim jüngsten GDT-Event Molkereiprodukte im Umfang von 35'748 t verkauft, damit fiel die Menge gegenüber der vorhergehenden Auktion etwas geringer aus (36'258 t). Die Zahl der teilnehmenden Bieter erhöhte sich von 179 auf 190.
Fundamentale Marktdaten haben sich nicht geändert
Der deutliche Rückgang des GDT-Index kommt für die meisten Analysten durchaus überraschend. Der Agrarexperte der neuseeländischen ABS-Bank, Nathan Penny, weist darauf hin, dass sich die fundamentalen Marktdaten nicht geändert haben. Das globale Milchangebot sei stabil und der Bedarf nehme noch zu. Ein Grund für die niedrigeren Kurse könnte der Umstand sein, dass der Marktführer Fonterra diesmal mit einem höheren Milchpulver-Angebot aufwartete, so Penny. Er erinnert daran, dass die Notierungen für Voll- und Magermilchpulver an der GlobalDairyTrade immer noch deutlich über dem Vorjahresniveau liegen.
Auch für Westpac-Analyst Imre Speizer ist das Index-Minus von 5,1% höher als erwartet ausgefallen. Er sieht ebenfalls eine mögliche Ursache im zusätzlichen Fonterra-Angebot. Eventuell wirke sich auch die derzeit schwächere Nachfrage in China aus, sagt er. Die Volksrepublik kaufte zwar mehr als die Hälfte des bei der jüngsten GDT-Auktion zugeschlagenen Volumens. China habe allerdings im Handelsstreit mit den USA vor wenigen Tagen ein erstes Teilabkommen erzielt und zugesagt, mehr US-Agrarprodukte zu beziehen.