Regierung geht Stickstoffbelastung an

Für das ganze Land werden regional unterschiedliche Stickstoff-Leitziele und Verringerungsvorgaben festgelegt. In Abhängigkeit von den örtlichen Gegebenheiten sollen die Einträge um bis zu 70 Prozent verringert werden.  

In den Niederlanden treibt die Regierung die Arbeit an der Verringerung der Stickstoffbelastung voran.
Landwirtschaftsminister Henk Staghouwer und seine für Natur und Stickstoff zuständige Kabinettskollegin Christianne van derWal wandten sich am Freitag per Brief an die Zweite Kammer des Parlaments in Den Haag
und präzisierten die entsprechenden Pläne.

Demnach sollen für das ganze Land regional unterschiedliche Stickstoff-Leitziele und Verringerungsvorgaben festgelegt werden, die in Abhängigkeit von den örtlichen Gegebenheiten zwischen 12 % und 70 % reichen. Im Oktober werden nach Angaben der Minister detaillierte Ziele für Klima und Natur folgen.

Landwirte sollen Zukunft haben

Spätestens bis Juli 2023 soll überall Klarheit darüber herrschen, «was das Ziel ist und wie es erreicht werden kann». Während die Vorgaben von der Regierung festgelegt werden, sind für die Umsetzung vor Ort die Provinzen und die regionalen Akteure verantwortlich. Den Haag stellt für die Umsetzung der Pläne zusätzliche Mittel bereit.

«Meine oberste Priorität ist es, dass die Landwirte in den Niederlanden eine Zukunft haben», erklärte Staghouwer. Van der Wal sprach von einem «radikalen, aber notwendigen Wandel». Die Regierung
werde sich dafür einsetzen, dass der Übergang für alle Beteiligten ein Erfolg werde.

Einkommen nachhaltiger Betriebe verbessern

Nach Einschätzung der Minister werden nicht alle Landwirte ihren Betrieb weiterführen können und andere sich auf Veränderungen einstellen müssen. Alle stünden vor der Wahl, nachhaltiger zu wirtschaften, ihren Standort zu verlagern oder aufzugeben.

Laut den Ministern wird die Regierung in Regionen mit besonders hochwertigen Böden mit den Provinzen und Gemeinden zusammenarbeiten, um der Landwirtschaft Priorität gegenüber weniger von Umweltfaktoren abhängigen Wirtschaftsunternehmen einzuräumen.

Noch in diesem Sommer will Staghouwer ausserdem die nachgelagerten Akteure der Wertschöpfungskette
dazu bringen, die Einkommen der nachhaltigeren Landwirte zu verbessern. Sollte dies nicht ausreichend gelingen, würden «rechtliche Verpflichtungen» folgen, hiess es.

Bauernverband kritisiert «Diktat von oben»

Der niederländische Bauernverband (LTO) bezeichnete die Vorschläge der Regierung als „unrealistisch“. Kritisiert werden zudem «Kahlschlag» und ein «Diktat von oben». Es bleibe zu hoffen, dass die Behörden der Provinzen weitreichende Änderungen an den Vorgaben vornehmen würden, so der LTO. Landwirtschafts-, Natur- und Unternehmerverbände hätten bereits Vorschläge unterbreitet, um die Stickstoffbelastung
in gebietsspezifischen Ansätzen durch eine Kombination aus Innovation, Umsiedlung und Verzicht zu
verringern.

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